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Bella Ballistika

Sonderausstellung im Waffenmuseum Suhl
Datum: 
Samstag, 23. Januar 2016 bis Sonntag, 9. Oktober 2016
Ort: 
Suhl

Die Geschichte der Waffe ist eng verbunden mit menschlichen Entdeckungen und Eroberungen, verknüpft mit Innovationen und dem wissenschaftlich technischen Fortschritt. So gingen der Weiterentwicklung von Waffen meist fantastische Entwürfe voraus, was unter anderem durch Skizzen und Entwürfe Leonardo Da Vincis belegt ist. In der Gegenwart wurden Waffen längst zu tödlichen Präzisionswerkzeugen hin perfektioniert. Ihr Einsatz hat das Ziel psychischen oder physischen Zwang an Menschen auszuüben und sie zur Unterwerfung einer Herrschaft oder zur Einhaltung von Verpflichtungen zu zwingen. Es gibt hochentwickelte Gesellschaften auf der Welt, in denen die selbstverteidigende Bewaffnung als eine Selbstverständlichkeit gilt, welche schon früh an die folgende Generation weitergegeben wird. Ein Umstand, der spätestens seit den Amokläufen in amerikanischen und deutschen Schulen Bestandteil einer fortlaufenden Debatte wurde, die noch aktuell Diskussionen über den innergesellschaftlichen Umgang mit Waffen anregt. Auch als Sportgerät steht die Waffe in der Diskussion. Wurde in den olympischen Spielen der Antike der Speer geworfen, bedienen sich heutige Disziplinen dem Gebrauch von hochpräzisen Kugelwaffen und Schrotflinten. Diese tragen das Gefährdungspotential gewöhnlicher Waffen, auch wenn sie zum Zweck des sportlichen Wettkampfes bestimmt sind.

Die Ausstellung „Bella Ballistika“ mit Werken des Künstlers Martin Schade stellt keine Kampagne gegen die Waffe dar oder erhebt mit moralischer Attitüde den Finger gegenüber Medien, Regierungen und Gesellschaften. Vor allem ist es ein Diskussionsangebot. Es geht um die Frage, wie das einzelne Individuum, aber auch die Gesellschaft als Ganzes mit der Waffe umgeht. Es geht darum zu fragen ob es lächerlich ist, das Auftreten von Bomben in Cartoons und Trickfilmen zu kritisieren; Kindern Actionfilme und Computerspiele zu verbieten oder den Kauf von Spielzeugwaffen zu vermeiden. Inwieweit wird die Waffe im medialen Umfeld ästhetisiert oder banalisiert? Unter welchen Umständen wird sie zum Sinnbild einer politischen oder sozialen Bewegung oder zum Symbol einer Gruppe, eines Kollektivs, einer Nation? Und nicht zuletzt die Frage, ob Menschen aufgrund der ständigen Präsenz von Waffen in ihrem täglichen Leben zu abgestumpft oder aber zu schockiert sind, um dieses Thema sachlich und wertneutral zu diskutieren.

Nach Abitur und Zivildienst absolvierte Dipl.-Künstler Martin Schade von 2003 bis 2006 eine Ausbildung zum Holzbildhauer an der Fachschule für Holz- und Elfenbein verarbeitendes Handwerk in Michelstadt. Von 2004 bis 2006 nahm er an Bildhauerprojekten in Frankreich, Deutschland und Schottland teil. 2012 schloss er sein Studium der Gestaltung (Freie Kunst) an der Bauhaus-Universität Weimar ab. Aktuell lebt und arbeitet Martin Schade in Weimar.

Ausstellungsort:  Waffenmuseum Suhl, Friedrich-König-Str. 19, 98527 Suhl

Öffnungszeiten:  Dienstag bis Sonntag  10.00 - 18.00 | Montag geschlossen (außer an Feiertagen)

Eintritt:  € 6 | € 4 (ermäßigt)

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Kontakt:

Petra Anschütz

Stadt Suhl

Waffenmuseum

Friedrich-König-Str. 19

98527 Suhl

(t)   03681 742218

(f)   03681 742220

(@) Petra.Anschuetz[at]stadtsuhl[dot]de

 

Marc Hansen

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