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Lives from a Global Conflict - Cultural Entanglements during the First World War

Datum: 
Mittwoch, 7. September 2016 bis Sonntag, 19. März 2017
Ort: 
Berlin

Vor einhundert Jahren wurde die Welt durch den "Großen Krieg" erschüttert, der bereits unmittelbar nach seinem Ausbruch als "Erster Weltkrieg" bezeichnet wurde. Millionen Menschen ließen ihr Leben auf den Schlachtfeldern in Europa, Asien und Afrika. Weltweit hatte der Krieg gravierende wirtschaftliche und politische Umwälzungen zur Folge. In der populären Erinnerungskultur stehen oft Fragen von Kriegsschuld, dem Verlauf der Kriegshandlungen oder dem Denken und Handeln europäischer Politiker im Mittelpunkt.

Die Ausstellung "Lives from a Global Conflict - Cultural Entanglements during the First World War" zeigt, dass der Erste Weltkrieg auch ein Zusammentreffen von Menschen unterschiedlicher sozialer und geographischer Herkunft war. An der Front, im Gefangenenlager oder im Lazarett begegneten sich Menschen, die der Krieg aus ihren gewohnten Umgebungen herausgerissen hatte. Mehr als eine Million afrikanischer und asiatischer Soldaten aus französischen und britischen Kolonien kämpften zwischen 1914 und 1918 allein an der Westfront. Für die meisten von ihnen war dieser Kriegseinsatz die erste Begegnung mit Europa und mit Europäern.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die Lebenswege von 16 Personen aus Europa, Asien und Afrika. Unter den Porträtierten befinden sich ein junger britischer Arzt, der als Offizier in Ostafrika diente; ein belgischer katholischer Priester, der in der Nähe seines Wohnortes chinesischen und indischen Einheiten begegnete; ein indischer Soldat, der vier Jahre in deutscher Kriegsgefangenschaft verbrachte; eine französische Künstlerin, die die Begegnung mit afrikanischen Kolonialsoldaten zur Beschäftigung mit dem Kontinent inspirierte; ein niederländischer Dichter, der den Inder Rabindranath Tagore übersetzte oder ein tunesischer Religionsgelehrter, der als Propagandist mit dem deutschen Auswärtigen Amt kollaborierte. Der Krieg führte die Männer und Frauen in andere Gegenden der Welt, wo sie Gewalt und Leid erlebten, aber auch fremde Sprachen und Menschen kennenlernten. Die Kriegsjahre konfrontierten sie mit Erfahrungen, die ihr Leben und ihre Sicht auf die Welt entscheidend verändern sollten.

Die Ausstellung wurde in drei Sprachen (Englisch, Polnisch, Niederländisch) entwickelt und wird gleichzeitig in London, Poznań und Utrecht gezeigt. Damit findet das dreijährige internationale, von HERA (Humanities in European Research Area) geförderte Projekt "Cultural Exchange in a Time of Global Conflict: Colonials, Neutrals and Belligerents during the First World War" (CEGC) seinen Abschluss. Das internationale Kooperationsprojekt war teilweise am Berliner Zentrum Moderner Orient (ZMO) angesiedelt. Im Mittelpunkt standen Prozesse und Praktiken kultureller Begegnungen und Austauschbeziehungen im Ersten Weltkrieg. Die Forschungen konzentrierten sich auf Angehörige kolonialer und politisch "neutraler" Länder, deren Kontakte untereinander sowie zu Vertretern der kriegführenden Mächte.

Die Ausstellung ist erstmalig in der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin vom 7. September bis zum 4. November 2016 zu sehen. Ab dem 10. November wandert die Ausstellung zum ZMO und ist hier bis zum 7. Januar 2017 zu sehen. Als letzte Station ist die Ausstellung im Atrium der Humboldt-Universität zu Berlin vom 11. Januar bis zum 19. März zu sehen.

Ausstellungsorte | Öffnungszeiten:  Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, Garystraße 39, 14195 Berlin  (Montag - Freitag 09.00 - 20.00) | Zentrum Moderner Orient (Eingangshalle/Lichthof), Kirchweg 33, 14129 Berlin  (Montag - Freitag 10.00 - 15.00) | Humboldt-Universität zu Berlin (Atrium), Georgenstraße 47, 10117 Berlin  (Montag - Freitag 08.00 - 20.00 , Samstag 08.00 - 14.00)

Der Eintritt ist frei.

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Kontakt:

Dr. Susanne Rothe

Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin

+49 30 838 533 59

rothe[at]ub.fu-berlin[dot]de

 

Marc Hansen

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