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Vernichtungskrieg, Reaktionen, Erinnerung. Die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941-1944

Eine Konferenz veranstaltet vom Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst
Datum: 
Donnerstag, 22. November 2012 bis Samstag, 24. November 2012
Ort: 
Berlin
Deadline: 
Montag, 15. Oktober 2012

Am 22. Juni 1941 überfiel Deutschland die Sowjetunion. Die Vorbereitungen des Angriffs zielten auf einen beispiellosen Vernichtungskrieg und kalkulierten den Tod von vielen Millionen Menschen in den zu erobernden Gebieten ein. Nach dem Einmarsch begann eine brutale Mord-, Repressions- und Hungerpolitik. Ihr fielen nicht nur über drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene zum Opfer. Betroffen war auch die Zivilbevölkerung. Millionen verhungerten oder kamen bei der deutschen Partisanenbekämpfung um. Die jüdische Bevölkerung, Roma und zivile Funktionäre aus dem sowjetischen Partei- und Staatsapparat wurden gezielt ermordet, vielfach auch Insassen von Heil- und Pflegeanstalten. Millionen Einheimische mussten Zwangsarbeit für die Besatzungsmacht leisten.

Die international besetzte Konferenz möchte diese Facetten der deutschen Besatzungsherrschaft beleuchten und zugleich nach den Reaktionen der einheimischen Bevölkerung fragen. Wie sah der Alltag in den besetzten Gebieten aus? Welche spezifischen Erfahrungen machten Männer und Frauen? Was kann man über die Überlebens- und Widerstandsstrategien der Bevölkerung sagen? Nicht zuletzt befassen wir uns mit den Erinnerungen an die deutsche Besatzung in Russland, Weißrussland, dem Baltikum und in der Ukraine. Ziel der Konferenz ist es, die Forschungskontroversen der letzten Jahre und den aktuellen Forschungsstand zu reflektieren und offene Forschungsfragen zu diskutieren. Wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldung bis zum 15. Oktober 2012: turowez[at]museum-karlshorst[dot]de oder Fax +49-30-50150840 Die Teilnehmerzahl ist auf 100 Personen begrenzt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Bitte beachten:

Veranstaltungsort ist die Neue Mälzerei, Friedenstr. 91, 10249 Berlin

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Programm:

Donnerstag 22. November 2012

20 Uhr Eröffnung der Konferenz.

Öffentliche Abendveranstaltung in Kooperation mit Centrum Judaicum, Oranienburger Straße 28/30, 10117 Berlin

Begrüßung: Jörg Morré, Leiter Museum Berlin-Karlshorst

Podiumsdiskussion: Der Zweite Weltkrieg im Museum. Erinnerungskultur in Russland, Weißrussland und der Ukraine

Moderation: Stefan Troebst (Leipzig)

N.N., Museumsvertreter aus Russland, Weißrussland und der Ukraine

Freitag 23. November 2012

9.30 Uhr Anmeldung

Vernichtungskrieg

10 Uhr Impulsvortrag: Christian Gerlach (Bern) Von der Geschichte einer Konfrontation zweier politischer Systeme zu einer zwischen zwei Gesellschaften im Konflikt

10.30 Uhr Panel 1 Massenmord

Moderation: Wolfgang Benz (Berlin)

Boris Zabarko (Kiew): The Holocaust in Ukraine

Martin Holler (Berlin): Die Vernichtung der Roma in der deutsch besetzten Sowjetunion 1941–1944

11.30 Uhr Kaffeepause

12 Uhr Panel 2 Hungerpolitik

Moderation: Alex J. Kay (Frankfurt a.M.)

Karel C. Berkhoff (Amsterdam): Famine in the Cities of Ukraine during World War II

Jörg Ganzenmüller (Jena): Hungerplan oder Hungerstrategie? Die Entscheidung zur Belagerung Leningrads im Herbst 1941

13 Uhr Mittagspause

14 Uhr Panel 3 Kriegsgefangene

Moderation: Christian Streit (Heidelberg)

Jens Nagel (Zeithain): Massensterben sowjetischer Kriegsgefangener in den besetzten Gebieten – Forschungsstand zu Dimensionen und Verlauf

Felix Römer (London): Die Wehrmacht und der Kommissarbefehl 1941/42

15 Uhr Panel 4 Zwangsarbeit und -migration

Moderation: Jens-Christian Wagner (Nordhausen)

Markus Eikel (Den Haag): Arbeitsrekrutierungen und Arbeitsdeportationen im Reichskommissariat Ukraine 1941–1944

Pavel Polian (Freiburg): Zwangsmigration und ihre Auswirkungen

16 Uhr Kaffeepause

16.30 Uhr Panel 5 Täter

Moderation: Michaela Kipp (Göttingen)

Harald Welzer (Berlin): Soldaten und andere Gewaltakteure im Vernichtungskrieg

Frank Werner (Bielefeld): Krieg, Massenmord und Männlichkeit – Selbstbilder deutscher Soldaten im Vernichtungskrieg 1941–1944

17.30 Uhr Abendessen am Tagungsort

Sonnabend 24. November 2012

Reaktionen

9 Uhr Impulsvortrag: Dieter Pohl (Klagenfurt) Gesellschaft unter deutscher Besatzung in der Sowjetunion

9.30 Uhr Panel 6 Alltag und Überlebensstrategien

Moderation: Michael Wildt (Berlin)

Tanja Penter (Hamburg): Alltag im Donbass

Christoph Dieckmann (Keele/Frankfurt a.M.): Die "schwarzen Märkte". Beziehungen inner- und außerhalb der Ghettos in Litauen 1942/43

10.30 Uhr Kaffeepause

11 Uhr Panel 7 Geschlechtsspezifische Erfahrungen

Moderation: Beate Fieseler (Düsseldorf )

Irina Rebrova (Krasnodar): Survival Strategies of Women under Occupation and in the Partisan Brigades: Fighting, Work and Everyday Life

Regina Mühlhäuser (Hamburg): Krieg und Geschlecht – Sexuelle Gewalttaten, Prostitution und einvernehmliche Verhältnisse deutscher Soldaten und einheimischer Frauen

12 Uhr Mittagspause

13 Uhr Panel 8 Kollaboration/Kooperation

Moderation: Rolf-Dieter Müller (Potsdam)

Babette Quinkert (Berlin): Aufrufe zur Kooperation – Die deutsche Propaganda gegenüber Roter Armee und Zivilbevölkerung

Sergei Kudryashov (Moskau): Collaboration Among Russians

14 Uhr Panel 9 Widerstand

Moderation: Peter Klein (Berlin)

Kenneth Slepyan (Lexington): Did the Soviet Partisans Form a Social Movement?

Anika Walke (St. Louis): Flucht und Widerstand – Sowjetische Juden in Weißrussland und der nationalsozialistische Genozid

15 Uhr Kaffeepause

Erinnerung

15.30 Uhr Impulsvortrag: Imke Hansen (Hamburg) Erinnerung an den Großen Vaterländischen Krieg im Spannungsfeld von Sieg und Verlust

16 Uhr Panel 10 Erinnerung in Russland und in der Ukraine

Moderation: Irina Scherbakowa (Moskau)

Julia Demidienko (St. Petersburg): Remembrance in Russia Today

Frank Golczewski (Hamburg): Dilemmata der ukrainischen Erinnerung

17 Uhr Kaffeepause

7.30 Uhr Panel 11 Erinnerung in Weißrussland und im Baltikum

Moderation: Cordula Gdaniec (Berlin)

Christian Ganzer (Kiew): Die Erinnerung an Krieg und Besatzung in Weißrussland

Saulius Sužiedėlis (Pennsylvania): Baltic Memories and the War of Destruction 1941–1945

18.30 Uhr Schlusswort: Rolf-Dieter Müller (Potsdam)

19 Uhr Ende der Konferenz

Sonntag 25. November 2012

10 Uhr Optional: Transfer zum Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst, Führung im historischen Kapitulationssaal Bei Interesse bitte bei der Anmeldung angeben.

Marc Hansen

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