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Peenemünde aus Opferperspektive. Verantwortung von Wissenschaft und Gesellschaft

Eine Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Polnisch-Deutschen Kulturforum Insel Usedom/Insel Wollin; in Kooperation mit dem Historisch Technischen Museum Peenemünde
Datum: 
Freitag, 12. Oktober 2012 bis Samstag, 13. Oktober 2012
Ort: 
Ostseebad Trassenheide, Usedom

Die Heeresversuchsanstalt Peenemünde diente auf einem weiträumigen Gelände im Norden Usedoms von 1936 bis 1945 zur Entwicklung von Raketen zur Bombardierung von Städten. Die von Goebbels propagandistisch "Vergeltungswaffe" getauften Raketen erwiesen sich zwar kriegstechnisch als ineffektiv, richteten aber großen Schaden vor allem unter der Zivilbevölkerung in London und Antwerpen an. Gravierend ist hierbei der Einsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen bei der Entwicklung und Produktion der Raketen unter menschenverachtenden Lebens- und Arbeitsbedingungen in Peenemünde und, in noch wesentlich größerem Maßstab, in der Massenproduktion der Raketen in der Stollenanlage in Mittelbau Dora.

Diese Opfer werden bei einer unkritischen Darstellung der Bombenproduktion als angeblicher Vorläufer der Mondrakete und bei einer Legendenbildung um leitende Wissenschaftler und Ingenieure wie Wernher von Braun verdrängt. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas Peenemünde und eine gesellschaftspolitische Bewertung und museale Darstellung muss daher, gerade im europäischen Kontext, Opferperspektiven und die Bedingungen und Ziele der nationalsozialistischen Kriegsgesellschaft angemessen berücksichtigen. Die Tagung richtet sich folglich explizit an eine breite Öffentlichkeit im Norden Deutschlands und Polens, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Gedenkstätten und Museen, sowie an ein wissenschaftlich interessiertes Publikum.

Freitag, 12. Oktober 2012

13.00 - 14.45 Anreise

15.00 - 16.30 Besichtigung des Geländes der ehemaligen Heeresversuchsanstalt Peenemünde

16.30 - 18.00 Führung im Historisch Technischen Museum Peenemu?nde

Samstag, 13. Oktober 2012

9.00 Begrüßung Eugeniusz Jasiewicz, Bürgermeister Wollin

9.30 Zeitzeugenbericht Marian Jakubowicz

10.15 Keynote Prof. Dr. Bernd Faulenbach, Ruhr-Universität Bochum Przemyslaw Sypniewski, Stiftung "Polnisch-Deutsche Aussöhnung", Warschau

11.00 - 11.30 Kaffee

11.30 - 13.00

Opferperspektiven I

Chair: Dr. Günther Jikeli jun., Groupe Sociétés, Religions, Laïcités / CNRS, Paris

Raketen auf London

Mark Whitmore, Imperial War Museum London

Polnische Männer im Zwangsarbeitereinsatz in der Provinz Pommern

Prof. Wlodzimierz Stepinski, Universität Stettin

Zwangsarbeit für die "V2"

Dr. Jens-Christian Wagner, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora (Nordhausen)

13.00 - 14.00 Mittag

14.00 - 15.30 Opferperspektiven II

Chair: Fritz Spalnik, Polnisch-Deutschen Kulturforum Insel Usedom/Insel Wollin

Forschungsstand zu Zwangsarbeitern in der Heeresversuchsanstalt

Christian Muhldorfer-Vogt, Historisch-Technisches Museum Peenemünde

Zwangsarbeiter in Karlshagen, Außenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück

Dr. Chistl Wickert, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück (Berlin/Ravensbrück)

Zwangsarbeit in der Industrie in der Ostseeregion in der Geschichtsschreibung der DDR

Dr. Thomasz Slepowronski, Universität Stettin

15.30 - 16.00 Kaffee

16.00 - 17.30

Verantwortung

Chair: Remigiusz Rzepczak, Journalist

Woran erinnern - wessen gedenken? Überlegungen zur Bedeutung Peenemündes in der Gedenkstättenlandschaft

Prof. Dr. Bernhard M. Hoppe, Hochschule Mittweida und Technische Universität Kaiserslautern

Der Wandel der Darstellung von Tätern in Gedenkstätten in Deutschland

Dr. Thomas Lutz, Stiftung Topographie des Terrors (Berlin)

"Wo ist denn hier das U-Boot?" Technische Faszination vs. Zwangsarbeit und Gewalt am Bunker Valentin

Dr. Marcus Meyer, Gedenkstätte Bunker Valentin (Bremen)

Bedeutung von Peenemünde für die Erinnerungskultur in Westpommern (Polen)

Ryszard Banaszkiewicz, Heimatmuseum Wollin

17.30 - 18.30

Abschlussdiskussion

Chair: Prof. Dr. Thomas Stamm-Kuhlmann, Universität Greifswald

Prof. Dr. Bernd Faulenbach, Ruhr-Universität Bochum

Prof. Dr. Bernhard M. Hoppe, Hochschule Mittweida und Technische Universität Kaiserslautern

Eugeniusz Jasiewicz, Bürgermeister Wollin

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Veranstaltungsort:

Hotel Seeklause,

Mölschower Weg 1a,

17449 Ostseebad Trassenheide,

Usedom

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Kontakt:

Dr. Guenther Jikeli

Tel: 0033 (0) 534 617 445

G.Jikeli[at]gmail[dot]com

 

Marc Hansen

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