Aktuelle Beiträge

Tagungsankündigung
Nachdem sich die Forschung der Behandlung und Versorgung von psychischen Kriegsversehrten in den letzten Jahren angenommen hat, stellt diese Tagung zeitgenössische Nervendiskurse in Militär, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft in den Mittelpunkt und möchte deren Wechselwirkungen als auch deren praktische Konsequenzen für die Zeit von 1900 bis 1933 untersuchen. Die Tagung geht davon aus, dass Nerven als Chiffre und Konstrukt zu verstehen sind, mit denen Identitäten verhandelt wurden. Entsprechend thematisiert die Tagung sowohl die zeitgenössischen Nervendiskurse in Wissenschaft, Militär, Politik und Öffentlichkeit wie auch individuelle und kollektive psychische Mobilisierungs- und Leidenserfahrungen. Der räumliche Schwerpunkt liegt dabei auf Deutschland, das im europäischen Kontext analysiert wird.
 
 
Von: 
Dieter Hartwig
Rolf Johannesson als Konteradmiral der Kriegsmarine, Quelle: Marineschule Mürwik/Wehrgeschichtliches Ausbildungszentrum
Konteradmiral Rolf Johannesson genoss als erster Flottenchef der Bundesmarine und Begründer der Historisch-Taktischen Tagung der Flotte hohe Anerkennung in der Marine. Seit der Veröffentlichung seiner Lebenserinnerungen unter dem Titel „Offizier in kritischer Zeit“ (1989) galt er als Vorbild. Als dies mit einer Johannesson-Büste in der Aula der Marineschule Mürwik dokumentiert werden sollte, gab es Hinweise auf Johannessons Mitwirkung an Todesurteilen noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, worüber er niemals gesprochen hat. Der komplexen Problematik der Ereignisse im April 1945, ihrem Beschweigen durch Johannesson sowie aktuellen Folgerungen wird im nachfolgenden Text nachgegangen.
 
 
Militärisches Entscheiden. Voraussetzungen, Prozesse und Repräsentationen einer sozialen Praxis von der Antike bis zur Gegenwart
Von: 
Christoph Nübel
Schach! Schach! Deutsche Bildpostkarte, 1916
Die Jahrestagung 2017 widmet sich militärischem Entscheiden. Sie zielt auf eine epochenübergreifende Historisierung und Dekonstruktion eines häufig unkritisch übernommenen Konzepts. Damit stehen die Strukturen des Entscheidens im Mittelpunkt der Analyse, nicht die einzelne Entscheidung.
 
 
Der Wandel der Darstellung des deutschen Kriegsgegners in angloamerikanischen Spielfilmen der 1950er Jahre
Von: 
Dario Vidojkovic
James Mason als Erwin Rommel im Film „The Desert Fox: The Story of Rommel“ 1951/20th Century Fox, Screenshot, auf Youtube https://www.youtube.com/watch?v=T4n48bVGom8
Im Zweiten Weltkrieg waren die Rollen relativ eindeutig verteilt: Hier die Amerikaner und Briten, die für die „gute Sache“ kämpften, dort die deutschen Nazis, das „Böse“ repräsentierend. Entsprechend wurde der deutsche Kriegsgegner auch in angloamerikanischen Spielfilmen der Kriegszeit dargestellt. Doch im Kalten Krieg sollte sich dieses Bild wandeln.
 
 
Vor 70 Jahren trafen die ersten Teile der norwegischen „Tysklandsbrigaden“ in Norddeutschland ein
Von: 
Dieter Kollmer
Zwei Zugführer der „Tysklandsbrigaden“, Leutnant Kjell Michaelsen (li.) und Leutnant Andreas Hauge (re.), bei einer Lagefeststellung während einer freilaufenden Übung des II. Bataillons der Brigade 472 im Winter 1947/48 in Niedersachsen (Forsvarsmuseet, Norge)
Zwischen 1945 und 1955 sicherten die vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs mit unterschiedlich starken Besatzungstruppen ihre jeweiligen Besatzungszonen in Deutschland militärisch ab. Großbritannien ließ sich dabei von verschiedenen europäischen Verbündeten unterstützen. Auch das Königreich Norwegen stellte hierfür ein immerhin ca. 5.000 Soldaten starkes Kontingent, welches vor rund 70 Jahren seinen Dienst in Norddeutschland aufnahm und diesen sechs Jahre lang versah.
 
 
Feldpostbriefe von Dr. Walther Jung an seinen älteren Schwager Josef Reichardt, 1941–1944
Von: 
Pit Stoye
Cover Jung, Als Truppenarzt an der Ostfront
In den letzten 20 Jahren hat sich in der Feldpostforschung viel getan. Dass die Möglichkeiten und Perspektiven, die die Briefe vergangener Generationen von Soldaten der historischen und auch der familiären Forschung bieten, noch keineswegs ausgeschöpft sind, zeigt Otmar Jung mit seinem neuen Buch. Dieses bietet dem Leser nicht nur eine einordnende Edition zahlreicher Feldpostbriefe, sondern bettet diese in den aktuellen militärgeschichtlichen Forschungsstand ebenso ein, wie in die komplexe Familiengeschichte.
 
 
Von: 
Markus Pöhlmann

Der Kommandeur des ZMSBw in Potsdam, Oberst Dr. Hans-Hubertus Mack, tritt zum 30. September in den altersbedingten Ruhestand. Auf ihn folgt Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann.

 
 
Wie die Bundeswehr auf den Hund gekommen ist
Von: 
Heiner Möllers
Roettiger-Kaserne in Hamburg-Fischbeck (1938 Baubeginn, ab 1940 genutzt, 2004 aufgegeben)
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen kündigte infolge der jüngst bekannt gewordenen rechtsextremen Umtriebe an einigen wenigen Standorten der Bundeswehr und den medial weit bekannten Bildern eines Besprechungsraumes in der Kaserne Illkirch an, die „Richtlinien zur Traditionspflege und zum Traditionsverständnis der Bundeswehr“ aus dem Jahr 1982 zu überarbeiten. Wenngleich ein kausaler Zusammenhang zwischen mutmaßlich rechtsextremen Offizieren und unreflektierten Wandmalereien im Wehrmachtdesign nicht sofort plausibel erscheint, erregte von der Leyens zusätzliche Ankündigung zu Kasernenumbenennungen Aufsehen. So offensiv hatte sich keiner ihrer Amtsvorgänger exponiert. – Lediglich der frühere Kulturstaatsminister im Bundeskanzleramt, Michael Naumann, kündigte 1999 an, das Namensproblem in wenigen Monaten zu lösen. Daraus wurde jedoch nichts. – Ein Blick in die Namensgebungen in der Bundeswehr lohnt angesichts der ministeriellen Ankündigung, weil er Einblicke in das Geschichtsverständnis der Bundeswehr vermitteln kann, das so gar nicht zur Bundeswehr passt.
 
 
Die Online-Ausstellung des Forschungsprojekts „Making War, Mapping Europe Militarized Cultural Encounters 1792–1920“
Von: 
Deniza Petrova
Making War, Mapping Europe, URL: http://www.mwme.eu/index.htm
Unterschiedliche Artefakte – Bilder, Zeichnungen, Briefe, Alltagsgegenstände – dokumentieren kulturelle Begegnungen zwischen Okzident und Orient. Wie das im Falle von militarized cultural encounters und außerhalb von Museen und Archiven funktioniert, darauf bietet die hervorragend vorbereitete und mit sorgfältig recherchierten Begleitbeiträgen ausgestattete Online-Ausstellung, die im Folgenden besprochen wird, eine spannende und außergewöhnliche Antwort.
 
 
Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), Potsdam, 27. Januar 2017
Von: 
Yves Müller
Herbert Rikli: Hurra! Ein Kriegs-Bilderbuch, Loewe Verlag, Stuttgart 1915, 23 S., hier: Einband, in: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Digitalisierte Sammlungen, URL: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000B96400000001, Zugriff 01.02.2017.

„Was ist ‚Wehrerziehung‘?“ Dieser Frage hat sich am 27. Januar 2017 ein vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam organisierter Workshop angenommen.

 
 

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