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Diversität versus Integration

Die osmanischen Streitkräfte vom 15. bis zum 18. Jahrhundert
Von: 
Thomas Scheben
DOI: 
10.15500/akm.18.06.2018
Sipahi (anonymer griechischer Künstler, ca. 1809), https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sipahi,_anonymous_Greek_artist,_ca._1809.jpg

1. Einleitung

Für einen großen Teil, namentlich den modernen Zeitabschnitt der europäischen Militärgeschichte gelten für militärische Institutionen Integration, Homogenität und Kohärenz der einzelnen Truppenverbände wie auch der unterschiedlichen Truppengattungen untereinander als – buchstäblich – überlebensnotwendiger Bestandteil der Verbandsausbildung. Dies steht zunehmend im Gegensatz zu einer im Management der Wirtschaft und – keineswegs ideologiefrei transportiert von der Politik – in der Gesellschaft propagierten Begeisterung für eine Diversität, meist englisch "diversity" ausgesprochen, die gegenwärtig als vorteilhaft, ja geradezu unabdingbar für den Erfolg aller effizienz- und output-orientierten Großorganisationen angesehen wird.

Ob dies indes immer und überall Geltung beanspruchen kann, ist mit Blick auf das osmanische Heerwesen, den Gegenstand der folgenden Betrachtungen, mehr als fraglich. Ganz sicher ist: Das osmanische Heerwesen ging im 18. Jahrhundert nicht an einem Mangel an Diversität zugrunde. Wäre Diversität ein Vorteil gewesen, hätten die Streitkräfte der Pforte schier unbesiegbar sein müssen.

Vielmehr litten die Streitkräfte der einstigen Weltmacht an einem eklatanten Mangel an technischer und formaler Standardisierung, Kohäsion1, Integration der Truppen- und Waffengattungen und Homogenität von Truppe und Führung. Unübersehbar ist dabei die Tatsache, dass "managing diversity remained the sine qua non of imperial persistence"2 – und dass mit dem Verlust dieser Qualifikation bzw. eines Mindestmaßes an Homogenität als Voraussetzung einer Integration unterschiedlicher Teile in ein funktionsfähiges Ganzes dieses eben dysfunktional wird. Ursprünglich hatte das "Empire of Difference" seinen Aufstieg und seine erstaunliche Langlebigkeit nicht zuletzt dieser Fähigkeit zu verdanken. Lange war seine geographische, kulturelle, ethnische, soziale und wirtschaftliche Vielfalt keine Bedrohung, sondern eine Kraftquelle gewesen, aus der auch das Militärwesen in hohem Maße geschöpft hatte. Es gab kaum etwas, das im Reich nicht erzeugt werden konnte, es gab kaum militärische Kompetenzen, die nicht in irgendeinem Bevölkerungsteil angelegt und aktivierbar waren.

Indes entfernte sich die Heeresverfassung vor allem ab dem 17. Jahrhundert zunehmend von ihrer klassischen, in zweieinhalb Jahrhunderten herangebildeten Form und wich einer Abfolge von immer neuen Ad-hoc-Maßnahmen und Dauerprovisorien, ohne dass bis in das 19. Jahrhundert ein kohärentes neues Konzept entwickelt worden wäre, das den Anschluss an die rapide Entwicklung von Organisation, Strategie und Taktik der wichtigsten europäischen Gegner ermöglicht hätte. Der Verlauf dieser Entwicklung, seine Ursachen und Konsequenzen sollen im Folgenden näher betrachtet werden.

 

2. Grundzüge der osmanischen Militärmacht

Ob man sich nun unbedingt der Ansicht anschließen will, die osmanische Streitmacht sei zwischen 1300 bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts "the world's dominant military machine"3 gewesen, kann dahingestellt bleiben, besonders hinsichtlich des 18. Jahrhunderts. Zuzustimmen ist der Einschätzung, nach der die Osmanen in Laufe ihres Vordringens nach Europa nach und nach eine multifunktionelle Armee mit zeitgemäßer Ausrüstung und Taktik heranbildeten und um 1400 mit einer professionellen Infanterie und Artillerie sowie einer effektiven, wenn auch größtenteils irregulären leichten Kavallerie ins Feld ziehen konnten.4

In den folgenden anderthalb Jahrhunderten entwickelten die Osmanen ein einzigartiges System nicht allein der funktionalen Spezialisierung der klassischen Komponenten Infanterie, Kavallerie, Artillerie, Kommissariat und Transportwesen. Darüber hinaus gelang ihnen die Kombination und Maximierung der individuellen Stärken der aus ganz unterschiedlichen Quellen rekrutierten Streitkräfte, deren Loyalität sie sich sicherten und aus denen sie jeweils das Beste herausholten. Unter der Führung kompetenter Kommandeure formten sie eine zwischen 1500 und 1700 beinahe unschlagbare Streitmacht. Ein wesentlicher Unterschied zu den europäischen Armeen ihrer Zeit, die meist aus kurzfristig ausgehobenen Söldnertruppen um einen kleinen Kern stehender Regimenter zusammengestellt waren, war ihre ausgeprägte Kompetenz, eine effektive Fusion ihrer Streitkräfte im Hinblick auf einen erfolgreichen "team effort" herbeizuführen.5

Die Kampftruppen bestanden in der klassischen Epoche von 1300 bis 1600 im Kern aus zwei Hauptkomponenten, den berittenen Timarlı und der Infanterie der Kapukulu, zu denen irreguläre Verbände hinzukamen. Diese wichtigsten und langlebigsten Komponenten und mit ihnen die spezifische "Manière de Combattre" der osmanischen Armee entstanden im ausgehenden 14. Jahrhundert und hatten kaum 50 Jahre später eine Gestalt angenommen, die sie der Funktion nach bis Ende des 16., dem Namen nach noch bis in das 19. Jahrhundert behalten sollten. Selbst als sie militärisch schon völlig funktionslos geworden waren, wurden sie noch gesellschaftlich verteidigt und institutionell erhalten.

Es gehörte ein beträchtliches Maß an Führungskunst und militärischem Management dazu, mit einer derart heterogenen Streitmacht gegen durchaus gleichwertige Gegner so eindrucksvolle Erfolge zu erzielen. Die Spannweite umfasste bei näherer Betrachtung nahezu alle Arten von Militär, die die Zeit zu bieten hatte: von stehenden, fest besoldeten Verbänden und saisonal mobilisierten regulären Einheiten der Pfründenkavallerie über Söldner und Hilfstruppen bis hin zu Stammesverbänden und den Streitkräften von Vasallen. Sie alle hatten völlig unterschiedliche Erwartungen, Interessen und Motive.

Neben seinen taktischen Fähigkeiten benötigte der Befehlshaber einer solchen Armee ausgeprägte diplomatische und psychologische Kompetenzen.6 Einem Großwesir, dem diese Fähigkeiten abgingen, entzog seine Armee auch durchaus offen das Vertrauen.7 Einer lang gehegten westlichen Auffassung zufolge hätten sich Motivation und Zusammenhalt quasi automatisch aus der Tatsache gespeist, dass alle Soldaten Muslime und daher Brüder in Waffen und Glauben gewesen wären und dieser Glaube alle sonstigen politischen und sozialen Gegensätze überwunden hätte.8 Vielmehr durchzogen zahlreiche unterschiedliche, einander kreuzende Sollbruchstellen eine solche Armee. Diese konnten in der Natur der Truppen – Lehnsreiterei, Söldner, Tataren – oder auch in politischen Gegensätzen oder Rivalitäten innerhalb der einzelnen Korps liegen und die Leistungsfähigkeit der Armee in erheblichem Maße beeinflussen. Anders als die festbesoldeten Einheiten waren die Irregulären daran interessiert, ihr Einkommen während der Feldzugssaison zu maximieren. Ihre Loyalität galt dem Kommandeur, bei dem sie ihre Interessen am besten aufgehoben wussten. Wenn sie auch im Kampf oft nicht besser oder schlechter kämpften als ihre Kameraden, speiste sich ihre Motivation in der Schlacht doch aus anderen Quellen.9 Besonders die Kontingente der Verbündeten nahmen an den Feldzügen mehr oder weniger zu eigenen Bedingungen teil, gehorchten nur ihrem traditionellen Anführer und fochten gemäß ihren eigenen Richtlinien und Traditionen. Oft genug zog so eine Armee in die Schlacht, die keineswegs über den uneingeschränkten Willen und die unbedingte Hingabe verfügte, um schnelle und entscheidende Resultate zu erzielen.10

 

3. Militärinstitutionen

3.1. Timarlı Sipahiler

Die belehnten Sipahis stellten lange Zeit den zahlenmäßig größten Teil der osmanischen Armee.11 Sobald der Sultan sie dazu aufrief, hatten sie sich unter dem Befehl der lokalen Gouverneure, die sie auch im Kampf kommandierten, am Ausgangspunkt des Feldzuges einzufinden. Je nach Ertrag des Lehens mussten sie selbst weitere Gefolgsleute, Cebeli, mit Pferd und Waffen ausrüsten. Auch die Art der Rüstung und Bewaffnung war an das Aufkommen des Lehens gekoppelt. Die Schätzungen für die Gesamtzahl liegen irgendwo zwischen 100.000 und 200.000. Die meisten Autoren kommen anhand der Musterungslisten für diverse Feldzüge indes auf eine Kopfstärke von 80.000 bis maximal 100.000 Kämpfern, die tatsächlich mobilisiert werden konnten.12

Bewährung im Kampf konnte für den Timarlı eine Vergrößerung der Pfründe bedeuten, für die Cebeli die Einsetzung in das Basislehen eines gefallenen Sipahi. Meist wurden zwecks Anstachelung der Kampfmoral solche Beförderungen noch während des Feldzuges, manchmal unmittelbar nach einer Schlacht vorgenommen.13 Erschien ein Sipahi hingegen nicht zur Musterung, verlor er sein Lehen, konnte sich aber beispielsweise als Cebeli verdingen und bei Bewährung nach einigen Jahren wieder ein neues Lehen bekommen.14 Das bedeutete, dass zwar auf den ersten Blick die Sipahis eines Bezirks und einer Provinz auch im Kampf zusammen kämpften, sich die personale Zusammensetzung dieser Truppe durch die Personalwechsel infolge des Beförderungssystems besonders nach kampfintensiven Feldzügen aber sehr stark veränderte.

Um die Mitte des 17. Jahrhundert war die Inhabe eines Timar nur noch eine Titularaufgabe mit wenigen wirklichen Verpflichtungen. Je mehr der Staat Geld benötigte, desto mehr war er bereit, gegen eine Geldzahlung auf die persönliche Teilnahme des Sipahi am Feldzug zu verzichten.15 Man kann davon ausgehen, dass die meisten Lehen zu dieser Zeit ohnehin schon nicht mehr für militärische Meriten vergeben wurden. Die wenigen Timarlı, die es zu Ende des 18. Jahrhunderts noch gab, erwiesen sich als militärisch kaum noch einsetzbar.16


3.2. Kapukulu

Als Kapukulu, Sklaven der Pforte, wurden die festbesoldeten Truppen, die Hofbediensteten sowie Teile der zentralen Verwaltungselite bezeichnet. In erster Linie zählten dazu die Janitscharen-Infanterie, aber auch die Gardekavallerie und die Artillerie. Die Bezeichnung "Sklave" kennzeichnet ein auf dem islamischen Recht basierendes, eng verflochtenes Loyalitätsverhältnis zwischen Sultan und Kul, das mit den landläufigen westlichen Vorstellungen von Sklaverei so gut wie nichts gemein hatte. Generell herrschte in den Eliteeinheiten wie den Janitscharen eine hohe Motivation; in der klassischen Zeit kam es kaum vor, dass sie flohen oder sich ergaben.17

Die Aufnahme in ein solches stehendes Regiment bei guter Bezahlung, Boni und Privilegien war an sich schon ein starker Anreiz, und das Risiko der Entlassung eine entsprechende Abschreckung.18 Loyalität wurde im Wesentlichen auf das eigene Regiment projiziert und wurde naturgemäß je schwächer, desto größer die Truppenkörper im Laufe der Zeit wurden.19

 

3.2.1. Yeniçeriler

Mit der Expansion nach Europa benötigten die Osmanen eine Infanterie, um größere Festungen erobern und verteidigen zu können. Die Ortalar der Janitscharen waren die ersten permanenten Infanterieregimenter, rund 100 Jahre vor vergleichbaren Truppenkörpern andernorts. Die Mehrzahl stammte aus den Balkanprovinzen, sie waren also Südslawen oder Griechen christlichen, aber auch muslimischen Ursprungs. Rekrutiert wurden sie auf dem Wege einer zwangsweisen Aushebung, Devşirme, die in unregelmäßigen Abständen unter der christlichen, aber auch Teilen der muslimischen20 Bevölkerung durchgeführt wurde.

Das Pagenkorps, Acemi Oğlan, war die Ausbildungsanstalt der Janitscharen und konnte 3.000 bis 4.000 Mann aufnehmen; die Kadetten verbrachten etwa fünf bis sechs Jahre dort, nachdem sie zunächst ungefähr drei Jahre in der Provinz, oft bei einem Sipahi, Türkisch und die Grundzüge des Kriegshandwerkes erlernt hatten. Je nach Talent wurden sie von dort den Pfortentruppen, dem Palastdienst oder dem Verwaltungsdienst zugewiesen.

Während der Ausbildungszeit wurde großer Wert auf die Herausbildung eines starken Zusammengehörigkeitsgefühls innerhalb der Regimenter gelegt. Trotz scharfer Rivalitäten um Ruhm, Gunsterweise und Belohnungen unter den Einheiten hielt das Korps nach außen hin gegen Konkurrenten in Politik und Militär eisern zusammen – bisweilen sogar gegen den Sultan selbst. Für die Regierungen wurde diese Solidarität zur Gefahr, als sich das Korps politisierte und Aufstände und Staatsstreiche anzettelte.21

Die Janitscharen erhielten alle drei Monate Sold. Daneben gab es Geldgeschenke bei der Thronbesteigung eines neuen Sultans und Bonuszahlungen nach erfolgreichen Feldzügen oder besonders schwierigen Aufträgen und natürlich für individuelle Tapferkeit. Anders als viele Soldaten europäischer Mächte kannten die Janitscharen keine Soldrückstände – der Sold wurde stets pünktlich gezahlt. Diese Anreize dienten dazu, Esprit de Corps und Motivation hoch zu halten. Sie wirkten zusammen mit rechtlichen und steuerlichen Privilegien aber auch als Magnet für eine wachsende Zahl von Söldnern ohne Herkunft aus der Devşirme und zunehmend auch Nichtkombattanten, die sich den Status eines Janitscharen sichern wollten. Dieser Anreiz wurde noch verstärkt, als das Heiratsverbot abgeschafft22 und die Übernahme der Söhne ins Korps im 17. Jahrhundert von der Ausnahme zum Regelfall wurde, während die Zahl der Devşirme-Rekruten dann immer mehr zurückging, und Anfang des 18. Jahrhundert diese Form der Rekrutierung endgültig aufgegeben wurde. 23

Sowohl die Entwicklung der Gefechtstaktiken als auch die Belagerung als vorherrschende Gefechtsform hatten im 17. Jahrhundert den Bedarf an Infanterie so stark ansteigen lassen, dass das bestehende Rekrutierungssystem mit seinen langen Ausbildungszeiten von bis zu sieben Jahren diesen nicht mehr befriedigen konnte.24 Deshalb war bereits die Anweisung ergangen, nicht mehr Knaben von um die zwölf Jahren, sondern ältere Jugendliche bis zu zwanzig Jahren zu rekrutieren, die man nach sehr viel kürzerer Ausbildung einsetzen konnte.25 Insofern hatte die Übernahme der Janitscharensöhne ins Korps nicht nur Nachteile, da diese bereits Türkisch sprachen, einiges vom Kriegshandwerk bei ihren Vätern gelernt hatten und keine lange Ausbildungszeit mehr benötigten.26

Als mit Musketen ausgerüstete leichte Infanterie entsprachen sie am ehesten den veränderten Kriegsbedingungen, die das Gewicht der Infanterie zu Ungunsten der Kavallerie verschoben hatten.27 Daher wuchs ihre Zahl immer weiter an, zumal sie auch immer häufiger als Festungsbesatzungen und zur Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit anstelle der Sipahis in die Provinzen gesandt wurden.

Lange hatte die Kopfstärke der Janitscharen bei 8.000 bis 10.000 gelegen, stieg im Jahr 1560 auf 13.357 und auf über 35.000 während des Langen Krieges (1593-1606) an. Um 1750 bemannten 53.000 Janitscharen 68 Festungen.28 Die Regierung musste sich auch aus diesem Grunde nach alternativen Rekrutierungsfeldern umsehen, die sie im Wesentlichen in der unterbeschäftigten urbanen Unterschicht, überzähligen Mitgliedern der Handwerksgilden und landlosen Bauernsöhnen fand. Allerdings waren diese Janitscharen längst kein besonders ausgebildetes Elitekorps mehr, sondern eine leichte Linieninfanterie29, die stark an Kohäsion und Homogenität eingebüßt hatte; je größer ihre Zahl wurde, desto mehr sank ihre Effektivität.30 Ein weiterer Grund für den Ausbau der Kapukulu-Truppen war die Vergrößerung der auf Belagerungskriegführung spezialisierten Korps wie Artilleristen, Waffenschmiede, Mineure usw.31

Der Qualität der Truppe, namentlich ihrem Esprit de Corps, kamen die laxe Auswahl und Ausbildung ebenso wenig zugute wie die Verteilung der Janitscharen über die Provinzen und Festungen im ganzen Reich. Dabei wurde das frühere Rotationssystem zwischen Hauptstadt und Provinzzentren nach und nach aufgegeben, und diese Janitscharen wurden mit ihren Familien Teil der lokalen Gesellschaft, engagierten sich in Handel und Handwerk. Mitte des 17. Jahrhunderts waren die Janitscharen zugleich privilegierte Staatsklasse und lokale Elite und wurden so zu Beschützern der muslimischen Händler und Handwerker, deren Gilden sie in manchen großen Provinzzentren vollständig unter Kontrolle hatten – sei es, dass sie diese durchdrangen, sei es, dass die Janitschareneinheiten von lokalen Rekruten aus diesem Milieu übernommen wurden.32

In der Hauptstadt wie in den Provinzen wurden sie zum politisierten Machtinstrument rivalisierender Eliten, es kam zu Militärrevolten.[32] Nach und nach sank ihr militärischer Wert auf den einer fast unbezahlten urbanen Infanterie, lokalen Gendarmerie oder Landmiliz aus Händlern und Kleinhandwerkern herab33, deren wesentliche Belohnung aus rechtlichen und steuerlichen Privilegien bestand.34 Abwesenheit von der Truppe, um Handwerk und Geschäften nachzugehen, wurde schon Anfang des 17. Jahrhunderts ebenso endemisch wie schlichtes Nichterscheinen bei Gestellungsbefehlen.35

Mitte des 18. Jahrhunderts waren die Janitscharen definitiv nicht mehr in der Lage, das Reich zu verteidigen36 und bildeten keineswegs mehr den Kern der Armee.37 An dessen Ende wurde die Zahl wirklicher Kämpfer auf kaum 10 Prozent der über 400.000 Inhaber von Janitscharen-Zertifikaten geschätzt.

 

3.2.2. Kapukulu Süvarileri

Die sechs Regimenter der Pfortenkavallerie fungierten als berittene Garde des Sultans. Sie bestanden zum Teil aus besonders verdienten Janitscharen, zum Teil aus ebensolchen Kämpfern anderer Formationen. Auch zu diesem Korps erlangten mit der Zeit deren Söhne privilegierten Zugang. Von rund 8.000 im 15. Jahrhundert stieg ihre Zahl auf über 20.000 zu Beginn des 16. Jahrhunderts.38 Da ihnen neben ihren militärischen Pflichten auch Aufgaben und Funktionen am Sultanshof oblagen, waren sie in hohem Maße politisiert und hatte in der einen oder anderen Weise Teil an nahezu allen Intrigen und Umstürzen. Die Regierung gebrauchte sie als Gegengewicht zu den Janitscharen, was zu dauerhaften Spannungen und regelrechter Feindseligkeit zwischen beiden Korps führte.39

 

3.2.3. Topçular

Das Artilleriekorps betrieb sowohl die Herstellung von Geschützen als auch deren Einsatz auf Feldzügen. Bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts war es mit fast 3.000 Mann die stärkste und vor allem einzige stehende und fest besoldete Artillerie Europas. Das Topçu Ocağı rekrutierte sich anfänglich aus den Intelligenteren der Acemi Oğlan, die noch eine zusätzliche Ausbildung bekamen. Mit zunehmender Entwicklung des Festungs- und Belagerungswesens wurden weitere technische Korps auf- bzw. ausgebaut. Die Sappeure und Mineure gehörten zu den effektivsten Komponenten der osmanischen Armee, sehr oft weit effizienter als ihre europäischen Konkurrenten.40

Die wachsende Bedeutung der Festungen und deren artilleristische Ausstattung für die Kriegführung in Ungarn führte auch dort zur Einstellung lokaler Söldner; Artilleristen und Geschützgießer aus Europa spielten eine wichtige Rolle beim Technologietransfer. Solange es eine osmanische Armee gab, galt die Artillerie trotz aller Mängel und Korruption als ein besonders prestigeträchtiges Korps.

 

3.3. Levendat

Ähnlich wie die meisten europäischen Staaten griffen auch die Osmanen in und nach dem Langen Krieg im 17. Jahrhundert vermehrt auf Söldner – Levend41 – zurück: 1683 vor Wien sollen es 10.000, 1711 am Pruth 20.000 und im Krieg gegen Russland 1768 – 1774 um die 85.000 bis 90.000 gewesen sein.42 Mit dem zunehmenden Bedeutungsverlust der Pfründenreiterei und dem wachsenden Bedarf an Schützen für die Kriegführung, für die Bandenbekämpfung und als Festungsbesatzungen begannen sowohl die Zentralregierung als auch die zur Truppenstellung verpflichteten Gouverneure und Großlehensinhaber, solche Freiwilligen anzuwerben.43

Auch aus fiskalischen Gründen griff man vermehrt auf billigere Söldner zurück, die mit dem Gouverneur ins Feld zogen und nach dem Feldzug wieder demobilisiert wurden.44 Dies hatte umwälzende Effekte auf die Binnenstruktur des Reiches zur Folge. Die Gouverneure bekamen immer weitläufigere Großlehen, Ziamet, um die wachsende Zahl dieser Truppen finanzieren zu können, und bauten ihre Position zu lokalen Machtzentren aus.45 Eine völlig andere Kommandostruktur hatten die Janitscharen einer Provinz, die einem separaten Kommandeur unterstellt waren und auch in der Schlacht als eigenes Bataillon nicht mit den Levendat zusammen kämpften.46 Überdies setzten die lokalen Machthaber und die Zentrale die Levend-Regimenter als lokales Gegengewicht und Ordnungsmacht gegenüber den Janitscharen und Sipahis ein und umgekehrt.47 Auf diese Weise wurden weder aus den Truppen einer Provinz noch aus den einer Waffengattung angehörenden Truppenverbänden geschlossene, kohärente Einheiten; vielmehr beäugte man einander mit äußerstem Misstrauen.

Zusätzlich warb auch die Regierung in Istanbul Söldner an, die ebenfalls nicht nur außenpolitischen Zwecken dienten. Aus Sicht der Zentrale stellten diese Miri Levend wiederum ein Gegengewicht gegen die militärisch zwar wertlosen, innenpolitisch aber sehr wohl noch gefährlichen Kapukulu dar und ersetzten die Timarlı. Auch deren Zahl nahm tendenziell immer mehr zu: Im Jahr 1596 waren 15.000 bis 20.000 Levend und Sekban registriert, für die Donaufront 1768-1774 schwanken die Zahlenangaben zwischen 80.000 und 600.000.48 Realistische Berechnungen ergeben ungefähr 100.000 Miri Levendat, dazu 30.000 bis 60.000 Janitscharen. Ethnisch bestanden die Levend bzw. Sekban in Europa zumeist aus Bosniern und Albanern, in Anatolien eher aus Kurden und Tscherkessen und anderen Kaukasiern; die Miri Levendat formten die eigentliche "stehende" Armee anstelle von Janitscharen und Timarioten.49

Fand sich in Friedenszeiten keine alternative Einkommensquelle, mutierten sie zu Banditen.50 Immer wieder wurden solche Banden in toto "begnadigt", ihren Anführern ein offizieller Titel verliehen und von der Zentralregierung für Kriege, oft auch von Provinzgouverneuren ebenfalls zur Truppenstellung oder für lokale Sicherungsaufgaben, den Grenzschutz oder einfach zur Sicherung der eigenen Machtbasis gegen Konkurrenten – beispielsweise als Gegengewicht gegen lokale Janitscharen51 – angeheuert oder auf diese Weise quasi per Schutzgeld ruhiggestellt. Die Qualität dieser Truppen ließ meist sehr zu wünschen übrig. Zwar strömten sie zwecks Einstreichen von Hand- und Wegegeld sowie der Ausstattungshilfe gern zu den Fahnen, aber oft desertierten sie schon auf dem Weg zur Front.52 Die Grenze zwischen Janitscharen und Söldner verschwamm immer mehr. Im Krieg gegen das Zarenreich 1768-1774 waren die meisten Truppen de facto Söldner53 und damit die eigentliche Armee.54 Eine reglementierte Ausbildung gab es nur sporadisch, eine einheitliche Bewaffnung ebenso wenig, Manöver im Großverband in Friedenzeiten naturgemäß gar nicht.

Der Kampfwert dieser Söldner wurde von den zeitgenössischen osmanischen Autoren ebenso wie von ihren heutigen Kollegen als äußerst gering eingestuft. Ohne sie hätte das Reich indes seine zahlreichen Kriege im 18. Jahrhundert gar nicht mehr führen können, und nicht alle hat es schließlich auch verloren.

 

3.4.Tataren und andere Verbündete

Als leichtes Kavalleriekorps fungierte in der nachklassischen Zeit das Aufgebot des mit den Osmanen eng verbündeten Khanats der Krimtataren.55 Ihr Heer konnte aus bis zu 80.000 Mann bestehen.56 Als Schlachtenkavallerie taugten sie mangels Disziplin kaum, sie fürchteten Kanonen- und Musketenfeuer und flohen davor.57 Zu mehr als weiträumigen Streifzügen waren sie – trotz gelegentlich bewiesener individueller Tapferkeit – Ganzen nicht zu gebrauchen. Ihre Neigung zum Plündern und Grausamkeit gegen die Zivilbevölkerung machte weder vor Feind noch vor Freund halt.

Von ebenfalls begrenztem Wert waren nach osmanischer Einschätzung die meist berittenen Kontingente der ungarischen Magnaten, der Wallachen und Vojnuken und an der Ostgrenzen die Aufgebote der kurdischen Beys und kaukasischen Kleinfürsten.58 Ihre Truppen wurden nicht besoldet, sondern kämpften ebenfalls in der Hoffnung auf Beute.59

 

4. Desintegration und Verlust der Homogenität

Zwischen 1453 und 1566 erreichte das Osmanische Reich den Gipfelpunkt seines militärischen Potentials. Im späteren 16. Jahrhundert war die Pforte noch immer ein formidabler Gegner, aber nicht mehr so stark wie zuvor.60 Insofern endete die klassische Periode in der Tat mit den Frieden von Zsitvatorok 1606.61 Das Reich beendete den Langen Krieg mit einer komplett veränderten Streitmacht. Die alte Heeresordnung geriet in diesen fünfzehn Kriegsjahren völlig aus der Balance; etwas Gleichwertiges haben die Osmanen nicht wieder geschaffen. Statt berittener Bogenschützen in loser Ordnung setzte die Armee nun Infanterie mit Musketen in dichten, mehrere Glieder tiefen Formationen ein. Statt regional und saisonal ausgehobener Provinzialtruppenmit um einen Kern von Eliteverbänden bildete nunmehr eine besoldete stehende Armee unterstützt von angeworbenen Söldnern die dominante Militärorganisation.

Tatsächlich hatte sich das osmanische Heerwesen auf den Weg nach Europa gemacht. Anders als ihre russischen Gegner ging es diesen indes nie konsequent zu Ende und kam bis ins 19. Jahrhundert nie dort an. Der Krieg gegen die Heilige Allianz, den der Angriff auf Wien 1683 ausgelöst hatte, markierte das abrupte Ende dieser zunächst relativ erfolgreichen militärischen Transformation. Nach dem Frieden von Karlowitz (1699) war das stehende osmanische Militär stark überdehnt durch ständige Feldzüge und Rebellionen. Die nach wie vor beeindruckende zahlenmäßige Stärke täuschte über militärischen Wert des Heeres hinweg. Die ausgebildeten und kriegserfahrenen Kader waren verloren, ohne Aussicht auf Ersatz und Erneuerung. Das galt besonders für das Offizierskorps, dessen Kompetenz und Auswahl auf einer jahrelangen Ausbildung und mündlicher Überlieferung sowie die eingeübte Praxis im jeweiligen Korps beruhte. Durch die hohen Offiziersverluste, häufige Personalwechsel und die Zuführung einer großen Zahl neuer Rekruten brach das überkommene Ausbildungssystem zusammen. Vor allem aufgrund des Fehlens von Militärakademien war es nicht in der Lage, in kurzer Zeit eine große Zahl von Nachwuchskräften zu produzieren. Insofern war dieses System äußerst empfindlich gegen die Verluste erfahrener Kräfte, mit denen jahrhundertealtes Wissen unwiederbringlich verloren ging.

Die ubiquitären Probleme des Söldnerwesens namentlich im Hinblick auf das Marodieren entlassener Söldner, deren Unzuverlässigkeit im Feld oder als potentielles Machtmittel lokaler Aufrührer teilten auch die Osmanen. Während ihre europäischen Nachbarn zwar nach wie vor Söldner anwarben, dem militärische Unternehmertum freier Söldnerführer aber nach dem Ende des 30-jährigen Krieges zunehmend dadurch das Wasser abgruben, dass sie die Ressourcen bereitstellten, um durch stehende Heere und nach und nach eingeführte Ansätze von Wehrpflichtsystemen die Verfügung über militärische Gewaltmittel zu monopolisieren, unternahm das Osmanische Reich bis weit ins 19. Jahrhundert hinein nichts dergleichen.62

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts hatte sich zum einen die internationale Lage zu Ungunsten Istanbuls verschoben. Die Osmanen standen einem erheblich besser organisierten, finanzierten und entschlosseneren Gegner gegenüber als je zuvor. Für die tatsächliche Kriegführung kam zum anderen hinzu, dass in Europa die unternehmerische private oder halb private Initiative in der Sphäre des Militärischen durch kollektives bzw. unmittelbar staatliches Handeln in einem bislang noch nicht gesehenen Maßstab abgelöst wurde.63 Dies wiederum führte innerhalb weniger Jahrzehnte in Europa zu einer Vereinheitlichung der Armeen sogar über den nationalen Kontext hinaus, der die Osmanen nicht einmal im eigenen staatlichen Rahmen zu folgen vermochten.

Im Gegenteil wurde der Anteil der kurzfristig angeheuerten Söldner und der von lokalen Magnaten zur Verfügung gestellten Milizen unterschiedlichster Provenienz im 18. Jahrhundert immer stärker. Da die Truppen häufig tief in die politischen Rivalitäten einer Region verstrickt waren, kam es zu Spannungen und bisweilen sogar zu Kämpfen untereinander.64 Das ließ nicht nur das Heer in eine heterogene Ansammlung unterschiedlichster Einzelverbände zerfallen, sondern beförderte auch die Zentrifugalkräfte im Reich insgesamt. Die Notabeln, die diese Truppen zur Verfügung stellten, gewannen immer mehr Einfluss, zumal sie auch dazu übergingen, die Offiziere ihrer Truppen als ihre Klienten in den höheren militärisch-administrativen Rängen der Militärinstitutionen, vor allem der Territorialverwaltungen65, zu positionieren, die bislang den Angehörigen der Kapukulu, der Sipahis sowie den Absolventen der Palastschulen vorbehalten waren. Auch dies trug zur Fragmentierung der osmanischen Streitkräfte in nicht unerheblichem Maße bei.66 Aus diesem Grunde sowie mangels eines standardisierten und formalisierten Ausbildungssystems war es besonders im 18. Jahrhundert auch kaum noch möglich, über das Offizierskorps zentral gesteuerte Reformen zu implementieren bzw. überhaupt ein einheitlich ausgebildetes homogenes Führer- und Unterführerkorps heranzuziehen.67 Außerdem blockierte die Fragmentierung des Offizierskorps auch die Verbreitung technischer und taktischer Innovationen aus den Grenzzonen des Reiches, wo osmanische Offiziere diese Entwicklungen bei ihren Gegnern sehr wohl zur Kenntnis nahmen und umsetzten, in die Streitkräfte als Ganzes.68

Insofern verwandelte sich das osmanische Heer zu einer Ansammlung von Privatarmeen mit höchst unterschiedlichen Standards. Der osmanische Staatsmann Ahmed Resmi Efendi69 beschrieb als Augenzeuge das anatolische Söldneraufgebot für den Feldzug von 1769 als eine "dreckige Horde von Dieben und Vagabunden".70 Das Aufgebot der Provinz Damaskus, Janitscharen und Levendat, wird für das 17 und 18. Jahrhundert als kläglich beschrieben; Disziplin, Training und Ausbildung lagen irgendwo zwischen defizitär und nicht vorhanden.71 Einige dieser Milizen konnten indes sich selbst gegen europäische Angreifer behaupten, wie die in der langen Tradition der Militärgrenze stehende Provinzialverteidigung Bosniens, die eine wichtige Rolle im Krieg gegen Österreich 1737-1739 mit der Rückeroberung Belgrads72 und bei einem Triumph über die Österreicher bei Banja Luka spielte.73

In der Schlacht wurde der Elan der Truppen weniger von Disziplin oder Regimentskameradschaft als von der Hoffnung auf individuelle Belohnungen befeuert.74 Nicht selten verließen solche Kämpfer das Schlachtfeld, um ihrem Kommandeur den abgehauenen Kopf eines Feindes zu präsentieren und eine Belohnung dafür einzustreichen; wer die erste solche Trophäe vorlegte, konnte mit einer besonders hohen Belohnung rechnen. Insofern blieb persönliche Tapferkeit das wichtigste Element des osmanischen Militärethos75, weshalb die Soldaten noch immer gern den individuellen Nahkampf suchten und deshalb auch in diesem noch immer gefährlich waren.76 Möglicherweise spielte der Widerstand gegen die taktischen Veränderungen, die die Einführung von Pike und Bajonette erfordert hätten, auch eine Rolle bei der Ablehnung dieser Waffen. Tatsächlich entwickelten die Osmanen nie einen Sinn für die Bedeutung taktischer Effektivität gegenüber persönlicher Tapferkeit. In der Mitte eines dicht gedrängten Haufens von Pikenieren oder in einem disziplinierten Feuergefecht auf Distanz waren solche Lorbeeren natürlich nicht zu gewinnen.77

Die Stärke der Türken, beobachtete der kaiserliche Feldzeugmeister Graf Kinsky78 Ende des 18. Jahrhunderts, liege nicht in Disziplin, Ordnung oder Manövrierkunst, sondern in der persönlichen Tapferkeit. Ihr Musketenfeuer war langsam und ungenau79, ähnliches galt für ihr Artilleriefeuer.80 Zumeist stürzten sie sich bei erster Gelegenheit, nach zwei bis drei Salven in loser Formation regimentsweise in den Nahkampf. Unbestritten ist bei allen, auch früheren Autoren, dass sie die wachsende Effizienz europäisch gedrillter Infanterieverbände in Feuer und Bewegung im 17. und 18. Jahrhundert nie erreichten.81 Sie greifen an, was sie vor sich sehen; Plan und Disposition kennen sie kaum.82 Daher besteht der Hauptvorteil gegen sie in Ordnung und Zusammenhalt.83 Wird dieser gewahrt, kann auch eine unterlegene Armee gegen sie bestehen.84 Sollte es zum Handgemenge kommen, bleibt man besser in kleinen Gruppen zusammen; da die Türken immer allein kämpfen, treffen sie so immer auf mehrere Gegner.85 Greift man selbst an, dann am besten rasch und energisch von mehreren Punkten aus, darauf reagieren sie konfus.86 So furios ihre Angriffe sind, so wenig halten sie in der Defensive stand.87

Da die Kavallerie keine Formationen kennt bzw. vor der Attacke keine einnimmt, erfolgen Angriffe oft überraschend.88 Sie reagiert empfindlich gegen Artilleriefeuer und kann nicht in geschlossene Formation mit Bajonetten eindringen.89 Löst man indes eigene Formationen, zum Beispiel im Rückzug ein Karree auf, ist die Infanterie gegen die stets zahlreiche türkische Kavallerie rettungslos verloren.90

Comte Roger de Damas, ein französischer Aristokrat in Diensten Katharinas der Großen in den 1780er Jahren, bestätigte dann auch, dass selbst die Ausbildungsmängel der russischen Armee im Kampf gegen die Türken durch die Beherrschung der Waffen, die perfekte Standfestigkeit und Disziplin der Soldaten ausgeglichen werde91: eine ideale Voraussetzung um sich der ersten wütenden Attacken der Türken zu erwehren, bis deren Schwung verbraucht war.92 Unkonventionelle taktische Aufstellungen wie zahlreiche schachbrettartige kleine Karrees splitterten die angreifenden Türken auf und setzten sie einem mörderischen Kreuzfeuer aus, bis sie den Gegenangriffen der dahinter lauernden Kavallerie zum Opfer fielen.93 Das Risiko für die Karrees, von der türkischen Artillerie zusammengeschossen zu werden, konnte angesichts deren Ineffizienz ignoriert werden.94

Allerdings galt das Osmanenreich noch immer als europäische Supermacht. Zwar hatte seine militärische Reputation durch die Niederlagen im Großen Türkenkrieg gelitten. Aber als die europäischen Gegner sich später nicht länger als Teil der Heiligen Liga, sondern jeder für sich den Osmanen gegenüber sah, mussten sie anerkennen, dass sie nach wie vor einen gefährlichen Gegner vor sich hatten: Russland nach der Schlacht am Pruth 171195, Venedig 1715 auf der Morea und Österreich in Serbien 1737-1739. Alle mussten sie in den folgenden Friedensschlüssen auf Landgewinne aus früheren Feldzügen verzichten.96

Diese Erfolge resultierten indes aus Gegenoffensiven. Im Grundsatz war die osmanische Militärstrategie von einer offensiven zu einer defensiven Grundhaltung übergegangen; in den Kategorien Clausewitz' ein Wechsel von der Niederwerfungs- zur Ermattungsstrategie. Die Siege, die immer noch erfochten wurden, waren – in späterer Diktion – im Regelfalle nur noch "ordinäre" Siege, die Niederlagen indes meist vernichtend. Nicht selten hatten sie die Zerschlagung einer ganzen Armee zur Folge. Für das Militär ebenso wie für die gesamte Öffentlichkeit, die an ein offensives und meist siegreiches Auftreten ihrer Armeen gewöhnt waren, bedeutete dies einen massiven Traditionsbruch mit erheblicher psychologischer Wirkung; die Invokation "muzaffer daima", siegreich immer, in der Tuğra des Sultans wurde quasi zur Farce. Das osmanische Militär sollte sich von diesem Verlust an Macht und Prestige kaum mehr erholen.97

Die beinahe drei Friedensjahrzehnte von 1740 bis zum russischen Krieg von 1768-1774 hatten zwar einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung ermöglicht, wurden aber nicht für durchgreifende Militärreformen genutzt. Um die Mitte des 18. Jahrhundert hatten die osmanischen Streitkräfte sich weitgehend von einer professionellen in eine freiwillige, miliz-basierte Armee verwandelt, die aus lokalem Steueraufkommen, häufigen Sondersteuern sowie Finanzspritzen aus den Kassen des Sultans finanziert wurde. Selbst die Janitscharenregimenter mussten für jeden Krieg neu aufgestellt werden; jedwedes System geordneter Rekrutierung, Ausbildung und Disziplin war zusammengebrochen. Im Ergebnis hatte das osmanische Heerwesen fast eine Generation militärischer Innovation, besonders im Gefolge des Siebenjährigen Krieges, restlos verpasst.98

 

5. Militärbürokratie

Wenn aber die kämpfende Truppe mit ihrer ehemals balancierten, integrierten Struktur und ihren zumindest in sich homogenen Truppengattungen ihre Effizienz sowohl absolut als auch im Verhältnis zu der ihrer Gegner eingebüßt hatte – was versetzte dann das Reich in die Lage, sich dennoch immer wieder gegen seine Gegner zur Wehr zu setzen und zu verhindern, dass nicht einmal seine desaströsen Niederlagen im 18. Jahrhundert am Ende in seine völlige Zerschlagung und Besetzung mündeten?

Soweit dies auf die Leistungen des Militärapparates zurückzuführen ist, wird man den Blick von der kämpfenden Truppe weg auf die Staatsbürokratie richten müssen, die sich aus den Anfängen des Reiches stetig weiterentwickelt, sich dabei veränderten Bedingungen immer wieder angepasst und steigenden Anforderungen gewachsen gezeigt hatte. Die allgemeinen bürokratischen Fähigkeiten und besonders die Leistungen der Militärverwaltung gehören zu den am meisten unterschätzten Dimensionen der osmanischen Militärmacht99 und harren noch einer gründlichen wissenschaftlichen Aufarbeitung.

Das Osmanische Reich verfügte über enorme Material- und Humanressourcen, die eine effiziente Militärorganisation und -bürokratie unter Einbeziehung der "zivilen" Wirtschaftszweige100 für ihre Zwecke einzusetzen verstand. Gleichermaßen gelang es ihr, große Truppenkörper zu finanzieren, schnell zu mobilisieren und über längere Zeit im Feld zu versorgen. Dazu verfügten sie über eine lange Zeit über die Bereitschaft und Fähigkeit, fremde Technologien und Fachleute für deren Einsatz und Reproduktion zu akquirieren und am allgemeinen internationalen Technologie- und Wissenstransfer teilzunehmen.101 Angesichts der vielen Unwägbarkeiten der damaligen Kriegführung war die hoch entwickelte Bürokratie durchaus erfolgreich bestrebt, in Sachen Versorgung und Nachschub möglichst wenig dem Zufall zu überlassen.102 Sie war auch durchaus in der Lage, dem nötigen Aufwuchs des Heeres die logistische Basis zu liefern. Im 17. Jahrhundert verlangten die Feldzüge etwa dreimal so viele Soldaten und das Fünffache an Feuerwaffen und Geschützen wie im Jahrhunderts zuvor.103 So gelang es in den Jahren 1633/34 insgesamt fünf Armeen – je eine größere unter dem Sultan im Iran und dem Großwesir gegen Polen, drei kleinere für Operationen im Gebiet von Van, in Georgien und im Jemen – aufzustellen und im Feld zu halten.104

Noch im 17. Jahrhundert übertrafen die osmanischen Heere zahlenmäßig diejenigen der meisten europäischen Mächte mit Ausnahme Frankreichs bei weitem.105 Obendrein verlieh die sich im 17. Jahrhundert wandelnde Kriegführung von kurzen Kampagnen mit einer entscheidenden Schlacht hin zu langen Feldzügen und Belagerungen der bürokratischen Effizienz zusätzliche Bedeutung, da hier ihre administrative Leistungsfähigkeit, auch bei der Bereitstellung des nötigen Kriegsmaterials von Geschütze und Munition sowie bei den Truppenzahlen für oder gegen Entsatzversuche zum Tragen kam. Tatsächlich wurden nicht wenige Feldzüge eher von logistischen Fehlleistungen entschieden als durch Sieg oder Niederlage auf dem Schlachtfeld.106 Ihre Überlegenheit auf dem administrativen Sektor der Kriegführung verschaffte den Osmanen erhebliche Vorteile und half totale Niederlagen zu verhindern, selbst als ihre Streitkräfte auf dem Schlachtfeld schon lange nicht mehr mithalten konnten. Dies gelang selbst noch am Ende des 18. Jahrhundert, als große Teile des Militärwesens bereits weitgehend am Boden lagen107 und die Staatsführung für immer höhere Ausgaben108 immer weniger militärische Schlagkraft bekam.

Am Ende war es vor allem die Fähigkeit der Staatsbürokratie, immer wieder zahlenmäßig große Heere ins Feld zu schicken, die trotz horrender Verluste und hoher Desertionsraten109 mit ihrer schieren Masse eine Bedrohung auch für qualitativ überlegene Gegner bildeten, die das Reich im Krieg vor totalen Niederlagen bewahrte und die Gegner abschreckte. Die katastrophalen Niederlagen gegen Russen und Habsburger am Ende des 17. und dann wieder des 18. Jahrhunderts waren jedenfalls nicht auf einen Mangel an materiellen Ressourcen zurückzuführen.

Anders als seinen europäischen Konkurrenten war den Osmanen im 18. Jahrhundert indes der Übergang zu einem modernen Staat nicht gelungen, der die Kontrolle der Gewaltausübung zu zentralisieren und monopolisieren sowie ein diesen vergleichbares wirtschafts- und Fiskalsystem zu entwickeln vermochte, das einer solchen Aufgabe gewachsen gewesen wäre.110 Damit erreichte dann auch die osmanische Staatsverwaltung das Ende ihrer Möglichkeiten.

Die Veränderungen des 18. Jahrhunderts vernichteten die militärisch bereits weitgehende bedeutungslose Sipahis auch als soziale Klasse. Schließlich wurden auch die Kapukulu-Korps zerstört und in einer Vielzahl heterogener, rivalisierender, in sich und untereinander konkurrierender Korps und Institutionen aufgelöst. Damit fanden eine militärische Architektur und Tradition ihr Ende, die die Identität der osmanischen Armee jenseits aller strukturellen Veränderungen seit dem 14. Jahrhundert bestimmt hatte.111 Tatsächlich aber markiert bereits der desaströs verlaufene Krieg gegen Rußland von 1787-1792 den Zusammenbruch und die völlige Diskreditierung der alten Militärordnung, die aber erst 1826 auch der Form nach verschwand; erst dann konnte im 19. Jahrhundert auch eine durchgreifende Reform der Staatsverwaltung und des Militärwesens Richtung Europäisierung, Standardisierung, Homogenisierung und schließlich der Rezentralisierung des Reiches in Angriff genommen werden.  

 

  • 1. Zum Begriff und zur Literatur vgl. den Überblick bei Vollmer Hendrik, Kohäsion und Desintegration militärischer Einheiten. Von der Primärgruppenthese zur doppelten sozialen Einbettung militärischen Handelns. In: Maja Apelt (Hrsg.), Forschungsthema: Militär. Militärische Organisationen im Spannungsfeld von Krieg, Gesellschaft und soldatischen Subjekten, Wiesbaden 2010, S. 163-192 sowie Robert J. MacCoun//William M. Hix, Unit Cohesion and Military Performance. In: National Defense Research Institute (Hrsg.), Sexual Orientation and U.S. Military Personnel Policy - An Update of RANDs 1993 Study, Santa Monica 2010, S. 137-165.
  • 2. Karen Barkey, Empire of Difference. The Ottomans in comparative perspective, Cambridge 2008, S. 132.
  • 3. Mesut Uyar/Edward J. Erickson, A Military History of the Ottomans, Santa Barbara u.a. 2009, S. IX, 15.
  • 4. Uyar/Erickson, Military History, S. 1.
  • 5. Rhoads Murphey, Ottoman Warfare 1500-1700, London 1999, S. 166.
  • 6. Ebd., S. 133.
  • 7. Ebd., S. 141.
  • 8. Ebd., S. 30, 151.
  • 9. Ebd., S. 29.
  • 10. Ebd., S. 141.
  • 11. Rhoads Murphey, The functioning of the Ottoman Army under Murad IV., unpubl. Ph.D.-Thesis, University of Chicago 1979, S. 28.
  • 12. Gèza Dàvid, Ottoman armies and warfare, 1453-1603. In: Suraiya Faroqhi/Kate Fleet(Hrsg), The Cambridge History of Turkey vol. II: The Ottoman Empire as a World Power, 1453-1603, Cambridge 2013, S. 276–318, hier S. 295f.; Murphey, Warfare S. 37-42 mit detaillierten Zahlenangaben, Uyar/Erickson, Military History, S. 55.
  • 13. Zahlreiche Beispiele für die Belagerung von Malta finden sich in Arnold Cassola/Idris Bostan/ /Thomas Scheben, The 1565 Ottoman Malta Campaign Register, Malta 1998, S. 129–355.
  • 14. Uyar/Erickson, Military History, S. 55.
  • 15. Murat Büyükakça, The Ottoman Army in the eighteenth century: War and military reforms in the eastern European context, unpubl. M.A. thesis, Middle East Technical University, Ankara 2007, S. 10f.
  • 16. 1844 wandelte man sie stattdessen in eine Art Gendarmerie um, 1847 wurde die Einrichtung ganz aufgehoben und die verbliebenen Sipahi in den Ruhestand versetzt. Reste des Systems sollen sich hier und da, besonders auf dem Balkan bis ins 20. Jahrhundert erhalten haben, vgl. Tobias Heinzelmann, Heiliger Kampf oder Landesverteidigung. Die Diskussion um die Einführung der allgemeinen Militärpflicht im Osmanischen Reich 1826-1856, Frankfurt a.M. 2004, S. 27.
  • 17. Uyar/Erickson, Military History, S. 43.
  • 18. Murphey, Warfare, S. 27.
  • 19. Ebd., S. 28.
  • 20. Die muslimischen Bosnier hatten bei der Annexion dieses Recht für sich ausgehandelt, da sie darin – nicht zu Unrecht – eine große Karrierechance für ihre Jugend sahen: Karriereziel Großwesir war durchaus realistisch.
  • 21. Sehr detailliert in İsmail Hakki Uzunçarşılı, Osmanlı Devleti teşkilatından Kapukulu Ocakları, Bd. 1: Acemi Ocağı ve Yeniçeri Ocağı, Ankara 1984, S. 155-170, 612-615.
  • 22. Uzunçarşılı, Osmanlı Devleti, Bd. 1, S. 306–310.
  • 23. Uyar/Erickson, Military History, S. 41. Die letzte Knabenlese ist für 1705 belegt, die Abstände waren davor schon immer größer, die Zahl der ausgehobenen Knaben immer geringer geworden.
  • 24. Murphey, Murad IV., S. 9.
  • 25. Ebd., S. 10.
  • 26. Uyar/Erickson, Military History, S. 91.
  • 27. Ebd., S. 38; Dàvid, Ottoman armies and warfare S. 283.
  • 28. Uyar/Erickson, Military History, S. 90.
  • 29. Ebd., S. 91.
  • 30. Ebd.; Büyükakça, The Ottoman Army, S. 21.
  • 31. Murphey, Murad IV., S. 9.
  • 32. Büyükakça, The Ottoman Army S. 27f; Abdul Karim Rafeq, Local forces in Syria in seventeenth and eighteenth centuries, V.J.Parry and M.E. Yapp (Hg), War, Technology and Society, London 1975, S. 277 – 307, S. 280.
  • 33. Uyar/Erickson, Military History, S. 104.
  • 34. Halil Inalcık / Donald Quataert, An Economic and Social History of the Ottoman Empire 1300 – 1914, Bd. 2, Cambridge 1995, S. 659.
  • 35. Uyar/Erickson, Military History, S. 90.
  • 36. Virginia H. Akşan: Ottoman military recruitment in the late eighteenth century, in: Zürcher, Erik (Hrsg.): Arming the State. Military conscription in the Middle East and Central Asia, London/New York 1999, S. 21-39, S. 21.
  • 37. Büyükakça, The Ottoman Army, S. 20.
  • 38. Uzunçarşılı, Osmanlı Devleti Bd. I, S. 213 – 216; Murphey, Warfare, S. 45.
  • 39. Uyar/Erickson, Military History, S. 45.
  • 40. Dàvid, Ottoman armies and warfare, S. 285.
  • 41. Zu den Begriffen vgl. Halil İnalcık, Military and Fiscal Transformation in the Ottoman Empire 1600-1700, in: Archivum Ottomanicum vol. 6 (1980) S.283-337, S. 292, 295: "Local irregular bands, variously known as levend, sarıca and sekban: sarıca and sekban both refer to armed infantry musketeers, similar to the local militias of Europe, and drawn from among the levend. In the earlier period, the term levend most certainly referred to armed, vagrant and landless peasants, or, as with sarıca and sekban, 'independent soldiery companies'."
  • 42. Heinzelmann, Heiliger Kampf S. 29, Virginia H. Akşan: Mutiny and the eighteenth century Ottoman Army, in Turkish Studies Association Bulletin vol. 22 (1998) Nr. 1, S. 116-125, S. 122, Büyükakça, The Ottoman Army, S. 40.
  • 43. Dàvid, Ottoman armies and warfare, S. 295.
  • 44. Uyar/Erickson, Military History, S. 89.
  • 45. Ebd., S. 62.
  • 46. Murphey, Murad IV., S. 37.
  • 47. Halil İnalcık / Donald Quataert, Economic and Social History II, S. 659, Akşan, Whatever Happened to the Janissaries? Mobilization for the 1768–1774 Russo-Ottoman War, in: War in History 1998 / 5 (1) S. 23–36, S. 26.
  • 48. Akşan, Recruitment, S. 27.
  • 49. Ebd., S. 30.
  • 50. Vgl. Uyar/Erickson, Military History, S. 92f.
  • 51. Heinzelmann, Heiliger Kampf S. 33; Büyükakça, The Ottoman Army, S. 38.
  • 52. Akşan, Janissaries S. 33ff, Heinzelmann, Heiliger Kampf, S. 31.
  • 53. Akşan, Recruitment S. 23; Heinzelmann, Heiliger Kampf, S. 31.
  • 54. Zur zahlenmäßigen Entwicklung s. Akşan, Janissaries, S. 28-30.
  • 55. Erstmals nahmen sie 1484 an einem Feldzug in Moldavien teil, Uyar/Erickson, Military History, S. 59.
  • 56. Die Stärkeangaben lassen sich offenbar kaum exakt verifizieren, vgl. L-J-D. Collins, The Military Organization and Tactics of the Crimean Tatars, 16th – 17th centuries, In: V.J. Parry and M.E. Yapp (Hrsg.), War, Technology and Society, London 1975, S. 257 – 276, S. 260.
  • 57. ollins, Crimean Tatars, S. 270.
  • 58. Murphey, Murad IV., 30f.
  • 59. Ebd., S. 51f.
  • 60. Dàvid, Ottoman armies and warfare, S. 276.
  • 61. Am 11.11.1606. Vgl. Uyar/Erickson, Military History, S. 79.
  • 62. Zur Geschichte der Wehrpflicht im Osmanischen Reich s. Elke Hartmann, Die Reichweite des Staates. Wehrpflicht und moderne Staatlichkeit im Osmanischen Reich 1869-1910, Paderborn 2016.
  • 63. Murphey, Warfare, S. 10f.
  • 64. Rafeq, Local forces, S. 290ff.
  • 65. In der Territorialverwaltung bekleideten mehrheitlich Angehörige der Militärklasse die höheren Ränge.
  • 66. S. Uyar/Erickson, Military History, S. 95.
  • 67. Ebd., S. 96.
  • 68. Ebd., S. 111f.
  • 69. 1694 (oder 95)–1783, leitet u.a. 1763/64 eine osmanische Gesandtschaft an den Hof Friedrichs des Großen.
  • 70. Virginia H. Akşan, An Ottoman Statesman in War & Peace, Leiden 1995, S. 189.
  • 71. Rafeq, Local forces, S. 290-292.
  • 72. Es war 1717 von den Habsburgern erobert worden.
  • 73. Am 4.8.1737; Uyar/Erickson, Military History, S. 107; Büyükakça, The Ottoman Army, S. 42-44.
  • 74. Virginia H. Akşan, Ottoman Wars 1700–1800. An Empire besieged, Harlow 2007, S. 167.
  • 75. Büyükakça, The Ottoman Army, S. 83.
  • 76. Franz Graf Kinsky, Über den Türkenkrieg, in: Des Grafen Franz Kinsky gesammelte Schriften, Zweiter Teil, 2. Nachtrag, Wiener Neustadt 1825, §§27, 48.
  • 77. Büyükakça, The Ottoman Army, S. 85.
  • 78. Franz Joseph Graf Kinsky, 1739–1805, Feldzeugmeister, u.a. Leiter der Wiener-Neustädter Militärakademie.
  • 79. M.E. Yapp, 'La maniere des combattre, in: V.J.Parry and M.E. Yapp (Hg), War, Technology and Society, London 1975, S. 218-256, S. 244f.
  • 80. Ebd., S. 246f.
  • 81. Dàvid, Ottoman armies and warfare, S. 284. Montecuccoli, Raimondo, Ausgewählte Schriften des Raimund Fürsten Montecuccoli, General-Lieutenant und Feldmarschall, herausgegeben von Alois Veltzè, II. Band, Wien/Leipzig 1889, S. 490, 509.
  • 82. Kinsky, Über den Türkenkrieg, §2.
  • 83. Ebd., §6.
  • 84. Ebd., §22.
  • 85. Ebd., §27.
  • 86. Ebd., §45.
  • 87. Ebd., §48.
  • 88. Ebd., §13.
  • 89. Ebd., §49.
  • 90. Ebd., §26.
  • 91. Zit. nach Eugene Miakinkov, A Russian Way of War? Westernization of Russian Military Thought, 1757-1800, unpubl. M.A.thesis, University of Waterloo 2009, S. 42.
  • 92. So auch Miakinkov, A Russian Way, S. 43.
  • 93. Bruce W. Menning: The Imperial Russian Army 1725-1796, in Frederick W. Kagan and Robin Higham: The Military History of Tsarist Russia, New York 2002, S.47-76, S. 73; Miakinkov, A Russian Way, S. 54, 58f.
  • 94. Miakinkov, A Russian Way, S. 59.
  • 95. 18.07., die Armee Peters des Großen entging nur durch die unentschlossene Haltung des türkischen Oberbefehlshabers Baltacı Süleyman Paşa der völligen Vernichtung.
  • 96. Murphey, Warfare, S. 53.
  • 97. Uyar/Erickson, Military History, S. 104f.
  • 98. Akşan, Ottoman Wars, S. 134.
  • 99. Murphey, Warfare, S. 93, 100.
  • 100. Details s. Murphey, Murad IV., S. 62–71, 118–138.
  • 101. Pàl Fodor, Ottoman Warfare 1300–1453, in: Kate Fleet (Hrsg): The Cambridge History of Turkey vol. I: Byzantium to Turkey, 1071-1453, Cambridge 2009, S. 192-226, S. 226; Murphey, Warfare, S. XVIII.
  • 102. Murphey, Warfare, S. 87.
  • 103. Uyar/Erickson, Military History, S. 86.
  • 104. Murphey, Murad IV., S. 37f.
  • 105. Ebd., S. 58f mit einigen Vergleichszahlen; Klaus Kreiser, Der Osmanische Staat 1300–1922, München 2000, S. 58.
  • 106. Murphey, Murad IV., S. 118.
  • 107. Ein eindrucksvolles Beispiel liefert Akşan, Ottoman Wars, S. 143.
  • 108. Im 17. Jahrhundert verbrauchten die besoldeten Korps allein über 50 Prozent des Staatshaushaltes in Friedenszeiten, Ende des 18. Jahrhundert verschlangen die Militärausgaben um die 75 Prozent, Büyükakça, The Ottoman Army, S. 25.
  • 109. Akşan, Ottoman Wars, S. 161.
  • 110. Ebd., S. 12.
  • 111. Uyar/Erickson, Military History, S. 81.
Wencke Meteling

Zitierempfehlung

Thomas Scheben, Diversität versus Integration. Die osmanischen Streitkräfte vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. Schwerpunkt Diversität im Militär, hg. v. Sönke Neitzel, in: Portal Militärgeschichte, 18. Juni 2018, URL: http://portal-militaergeschichte.de/scheben_diversitaet. (Bitte fügen Sie in Klammern das Datum des letzten Aufrufs dieser Seite hinzu.)

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