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Exkursion in die Normandie 19.-25. Juni 2011

Von: 
Sönke Neitzel / Kerstin v. Lingen
Kasematte der Küstenbatterie in Longues sur Mer

Die Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 und die folgenden sechswöchigen Kämpfe markieren einen zentralen Markstein der Geschichte des Zweiten Weltkrieges. Die Exkursion vertiefte die Erkenntnisse über diese wichtige Phase in der deutsch-französischen Geschichte an herausragenden Lernorten und analysierte zugleich die regionale Erinnerungskultur im internationalen Kontext.

Da in keiner zweiten Region Frankreichs (mit Ausnahme von Paris) auf so engem Raum so viele Museen, Ausstellungen, Friedhöfe und Denkmäler von Rang zum Zweiten Weltkrieg versammelt sind, war die Normandie für eine solche Studienreise in besonderer Weise geeignet. Durchgeführt wurde die Exkursion unter der Leitung von Prof. Dr. Sönke Neitzel in Verbindung mit Dr. Gundula Bavendamm und Dr. Kerstin von Lingen mit einer Studentengruppe der Universität Saarbrücken und Mitgliedern des AKM. Besucht wurden mit dem Mémorial de Caen, dem Musée Mémorial de la Bataille de Normandie in Bayeux und dem Musée de la Liberation in Cherbourg drei der wichtigsten Museen zur Schlacht in der Normandie. Neben diesen vergleichsweise großen Häusern wurden aber auch kleinere Regionalmuseen, wie das Pegasus Memorial in Ranville oder die Zitadelle von St. Malo besucht, in der sich eine kleine privat getragene Ausstellung über die Eroberung der Stadt durch die US-Truppen im August 1944 befindet. Im Verlauf der Exkursion war es möglich, auf dem britischen Friedhof in Ranville, dem amerikanischen Friedhof in Colleville-sur Mer und dem deutschen Friedhof in La Cambe die ganz unterschiedlichen Formen des Umganges mit dem Soldatentod zu betrachten. Neben den Museen und den Friedhöfen bildete die Begehung von ehemaligen Schlachtfeldern die dritte Säule der Exkursion. So wurden die Marineküstenbatterie Longues-sur Mer, der Omaha Beach - insbesondere das noch gut erhaltenen Widerstandesnest 62 in der Nähe des US-Friedhofes - und die Heeresküstenbatterie am Point-du-Hoc besucht, die mittlerweile touristisch voll erschlossen ist.

Besonders eindrucksvoll war die Begehung des unterirdischen Gefechtsstandes des Festungskommandanten von Cherbourg, Generalleutnant Wilhelm von Schlieben, über dessen Persönlichkeit und dessen Handeln sich die Exkursionsteilnehmer im Vorfeld anhand von Primärquellen ausführlich informieren konnten. Einen guten Eindruck von der Gewalt des Krieges vermittelte auch eine Fahrt auf die Ile de Cezembre, einige Kilometer vor St. Malo. Wochenlang umkämpft, soll es sich dabei um den am meisten beschossenen Fleck Erde handeln. Obgleich große Teile der Insel gesperrt sind, vermittelte die Begehung nachhaltig die Gewalt des Krieges. Schließlich wurde in der Nähe von St. Lô, in dem kleinen Ort Beacoudray ein Résistance-Denkmal besichtigt. Mehrere Angehörige des Marquis wurden hier im Juli 1944 von den Deutschen hingerichtet. An diesem Erinnerungsort war für die Exkursionsgruppe der ideale Ort, um die Rolle des französischen Widerstandes während der Schlacht in der Normandie, die deutsche Besatzungsherrschaft und die Rolle der Resistance in der kollektiven Erinnerung Frankreichs zu diskutieren.

Amerikanischer Soldatenfriedhof in Colleville sur Mer
Widerstandsnest 62 auf Omaha Beach
Kirche von St. Mere Eglise
Oberhalb des Gefechtsstandes des Festungskommandanten von Cherbourg
Resistance-Denkmal in Beacoudray
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Zitierempfehlung

Sönke Neitzel / Kerstin v. Lingen, Exkursion in die Normandie 19.-25. Juni 2011, in: Portal Militärgeschichte, 2. Februar 2012, URL: http://portal-militaergeschichte.de/node/19. (Bitte fügen Sie in Klammern das Datum des letzten Aufrufs dieser Seite hinzu.)

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