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Projektskizze

Die Schweizer Freiwilligen in der Résistance, 1940-1944
Ausweis von Emile Augsburger
Die umfangreiche Geschichtsschreibung zur französischen Résistance hat lange Zeit das Mitwirken fremder Nationalitäten am Befreiungskampf vernachlässigt. Mehr als 70 Jahre nach der Landung in der Normandie ist der Beitrag "ausländischer Kontingente" an der inneren und äusseren Résistance bekannt, wenn auch nicht systematisch aufgearbeitet. Vor allem der Beitrag mehrerer Hundert republikanischer Flüchtlinge aus Spanien, die 1944 an der Spitze der Division Leclerc in Paris einzogen, ist in mehreren Arbeiten erforscht worden. Die Teilnahme von ungefähr 400 Schweizer Freiwilligen liegt jedoch weiterhin im Dunkel.
Von: 
Peter Huber
Das historisch-kulturelle Langzeitprojekt "52 x Esslingen und der Erste Weltkrieg"

Mobilmachungsaufruf und Liebesbriefe, Lebensmittelmarken, ein Eisernes Kreuz und eine Spielzeugkanone – alles Objekte aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, alle in direktem Bezug zu Esslingen am Neckar. In einem 52-monatigen Langzeitprojekt (der Dauer des Krieges entsprechend) bearbeiten Stadtmuseum und Stadtarchiv, unterstützt vom Kulturamt, die bislang unerforschte Kriegsgeschichte und kommunale Erinnerungskultur dieser württembergischen Kleinstadt.

Von: 
Christine Beil
Entwicklung, historische Bedeutung und Forschungsstand
Zieldarstellung auf dem Schießplatz Kummersdorf 1998 - Foto: Karin Nagel
Der Reisende auf der Straße von Zossen nach Luckenwalde kann am Bahnhof Mellensee häufig Scharen lustiger Leute beobachten, die sich anschicken, mit Draisinen auf einem stillgelegten Schienenstrang märkische Landschaft zu erleben. Nicht allen wird bewusst sein, dass sie dem Verlauf der einstigen Königlich-Preußischen Militär-Eisenbahn folgen und dass in dem durchstreiften Gebiet über viele Jahre ein spannendes Kapitel deutsche Militärgeschichte geschrieben wurde. Am Ziel in Kummersdorf-Gut wird in einem kleinen, aber feinem Museum darüber berichtet.
Von: 
Günter Nagel
Das Reichsheer im Neusser Krieg (Dissertation). Eine Untersuchung des spätmittelalterlichen Reichsheeres, das sich 1474/75 für den Entsatz von Neuss am Rhein bildete
Mittelalterliches Hausbuch von Schloss Wolfegg, Heerlager (Wagenburg)
"[…] all welt wil auf sein wider Burgundi jensseit und hie disseit Reyns […]" - in dieser Weise fasste Albrecht Achilles, eine der schillerndsten Persönlichkeiten des spätmittelalterlichen Reichs und enger Vertrauter Kaiser Friedrichs III., am 21. November 1474 gegenüber seinen Räten seinen Eindruck vom Widerhall zusammen, den der Aufruf zur Sammlung des Reichsheeres gegen Karl den Kühnen von Burgund im Reich gefunden hatte. Dabei drückt sich nicht zuletzt die Überraschung des Kurfürsten darüber aus, dass dieses Reichsheer tatsächlich zustande kam. Anlass zu dessen Aufstellung war die Belagerung der Stadt Neuss durch den burgundischen Herzog Karl den Kühnen. Dem Reichsheer gelang es, die Belagerung schließlich zu beenden und Karl den Kühnen zum Rückzug zu bewegen.
Von: 
Patrick Leukel
Berittene berauben und rekrutieren Bauern, Mecklenburg 18. Jh.
Die französischen Soldaten dürften nicht schlecht gestaunt haben, als sie sich bei ihrem Plünderungszug 1757 bei Heiligenkirchen in der Grafschaft Lippe einer Schar Bauern, bewaffnet mit Flinten und Sensen, gegenübergestellt sahen. Im Frühjahr 1758 wurden in der westfälischen Stadt Soest österreichische Husaren beschossen und im Herbst des Jahres kam es mit Hilfe der Einwohner zu zwei Angriffen auf französische Soldaten. Ziviler Widerstand gegen feindliche Truppen war im Siebenjährigen Krieg keine Seltenheit.
Von: 
Julian Meck
1914-1920
Samuel Freiherr von Hazai

Der Feldmarschall-Leutnant Samu Hazai (1851-1942) wurde am 17. Januar 1910 zum Minister für Landesverteidigung des Königreichs Ungarn ernannt. Diesen Posten hatte er auch während des Ersten Weltkriegs bis zum Februar 1917 inne. Seine Verdienste wurden mit den höchsten Auszeichnungen gewürdigt: Nachdem er zum Geheimen Rat ernannt worden war, wurde er 1912 in den Stand eines Freiherren erhoben. 1916 wurde er zum Generaloberst befördert. Er war damit der hochrangigste Offizier jüdischer Abstammung in der Monarchie.

Von: 
Tamás Kohut
Die Balkankriege, der Erste Weltkrieg und die jüdische Bevölkerung Rumäniens 1913-1923 (Dissertation)
Ehrenfeld für die im Ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten auf dem jüdischen Friedhof „Filantropia“ in Bukarest, 2014, Foto: Elisabeth Weber
Nach dem Abzug deutscher Truppen war es im November 1918 in mehreren rumänischen Ortschaften zu gewalttätigen Übergriffen gegenüber Juden gekommen. Aus Bukarest, Brăila und Buzău wurden pogromartige Ausschreitungen mit mehreren Toten gemeldet. Nicht nur die Zivilbevölkerung beteiligte sich an derartigen Übergriffen. Jüdische Zeitungen berichteten in den nächsten Wochen wiederholt von Misshandlungen jüdischer Fahrgäste in Bahnhöfen und Zügen durch rumänische Soldaten.
Von: 
Elisabeth Weber
Die Konsequenzen des Ersten Weltkrieges für das Bild und die Verhältnisse der jüdischen Einwanderer
Radom - Brüssel
Am 21. November 1918, vier Tage nach Ausrufung der Befreiung von Brüssel wird ein anonymer Brief an den Staatsanwalt des Königs geschickt. „Empörte Nachbarn“[1] beschuldigen Herrn N. während des Kriegs mit dem Feind kollaboriert zu haben. Sie nennen ihn „germanophil“, Anarchist und Kommunist, und verweisen besonders auf seine polnischen Wurzeln. Bereits im Oktober war Herr N. im Gefängnis von Forest inhaftiert worden. Während seiner Haft schrieb er Briefe an den Chef der Sûreté Publique, in denen er sein Handeln erklärte und seine Loyalität gegenüber Belgien beteuerte. Dadurch hoffte er aus dem Gefängnis freizukommen.
Von: 
Yasmina Zian
Die Geschichte der Familie Frank als deutsch-französische Familienbiographie
Otto Frank als Unteroffizier im Ersten Weltkrieg, September 1918 ©Anne Frank Fonds, Basel

Der Themenkomplex der „jüdischen Kriegserfahrung“ erfährt derzeit anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs ebenfalls gesteigerte Aufmerksamkeit. Gleichwohl weist die europäisch-jüdische Historiographie für die Zeit des Ersten Weltkrieges noch immer erhebliche Lücken auf. So stehen komparative Studien weiterhin hinter national ausgerichteten Untersuchungen zurück, Einzelfallstudien sind gegenüber allgemein gehaltenen Überblicksdarstellungen nach wie vor die Minderheit.

Von: 
Carl-Eric Linsler
Beziehungen zwischen Juden und Nicht-Juden in Frankreich während des Ersten Weltkriegs (Dissertation)
Feldpostkarte von Jules Isaac an seine Frau Laure vom 1. Mai 1915

Der Erste Weltkrieg gilt in der französischen Historiographie als Kristallisationsmoment der Herausbildung eines starken jüdischen Patriotismus. Die vollständige jüdische Integration in die Nation sollte mithilfe militärischen Engagements und dem damit verbundenen Opfer auf dem Schlachtfeld gelingen. Durch den gemeinsamen Kampf sollte erreicht werden, was zu Friedenszeiten nicht möglich gewesen war: die Überwindung antisemitischer Ressentiments im Anschluss an die Dreyfus-Affäre und damit die uneingeschränkte Aufnahme der jüdischen Minderheit in die französische Gesellschaft.

Von: 
Marie-Christin Lux

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