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Aufsatz

Wie die Bundeswehr auf den Hund gekommen ist
Roettiger-Kaserne in Hamburg-Fischbeck (1938 Baubeginn, ab 1940 genutzt, 2004 aufgegeben)
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen kündigte infolge der jüngst bekannt gewordenen rechtsextremen Umtriebe an einigen wenigen Standorten der Bundeswehr und den medial weit bekannten Bildern eines Besprechungsraumes in der Kaserne Illkirch an, die „Richtlinien zur Traditionspflege und zum Traditionsverständnis der Bundeswehr“ aus dem Jahr 1982 zu überarbeiten. Wenngleich ein kausaler Zusammenhang zwischen mutmaßlich rechtsextremen Offizieren und unreflektierten Wandmalereien im Wehrmachtdesign nicht sofort plausibel erscheint, erregte von der Leyens zusätzliche Ankündigung zu Kasernenumbenennungen Aufsehen. So offensiv hatte sich keiner ihrer Amtsvorgänger exponiert. – Lediglich der frühere Kulturstaatsminister im Bundeskanzleramt, Michael Naumann, kündigte 1999 an, das Namensproblem in wenigen Monaten zu lösen. Daraus wurde jedoch nichts. – Ein Blick in die Namensgebungen in der Bundeswehr lohnt angesichts der ministeriellen Ankündigung, weil er Einblicke in das Geschichtsverständnis der Bundeswehr vermitteln kann, das so gar nicht zur Bundeswehr passt.
Von: 
Heiner Möllers
Der Kalte-Krieg-Diskurs im digitalen Spiel
Amerikanische und sowjetische Panzer am Checkpoint Charlie, 1961
Der Kalte Krieg wurde vom allesbestimmenden und allesumgreifenden globalen Konflikt zu einer Marke mit Wiederkennungswert. Sie funktionierte vor allem aufgrund kollektiver Ängste, die auch nach dem Kalten Krieg noch präsent blieben. Computerspiele greifen die Schwarz-Weiß-Unterscheidungen dieses Konflikts auf und schreiben sie fort.
Von: 
Eugen Pfister
erstellt von Christoph Salge, basierend auf einem Screenshot aus Crusader Kings 2 und der Aufnahme einer historischen Karte. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Portolan_vesconte_1318_sea_of_Azov.jpg
Computerspiele transportieren Geschichtsbilder und regen zur Diskussion über Geschichte an – allerdings nur dann, wenn Geschichte Teil der Spielmechaniken ist, und nicht allein die Kulisse, vor der die Handlung spielt.
Von: 
Christian Götter, Christoph Salge
Abb. 1: Seite 155: Zerstörungen in einem Dorf im Aisne-Tal an der Westfront
2016 gelang der Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek der Kauf des Kriegstagebuchs von Hans von Winterfeldt, deutscher Generalleutnant und Oberquartiermeister in den Jahren 1914-1918. Bei dem Tagebuch handelt es sich um eine zentrale, bisher in der Fachwelt völlig unbekannte Quelle zu einer wichtigen Persönlichkeit des Ersten Weltkriegs. Mittlerweile wurde es digitalisiert und ist über den Karlsruher Virtuellen Katalog (KVK) oder das Themenportal Erster Weltkrieg der Bibliothek für Zeitgeschichte online einsehbar.
Von: 
Christian Westerhoff
Inszenierte Authentizität am Beispiel der Schlacht von Hastings in Medieval II: Total War
Authentizitätskonzeption, schematisch
Historische Computerspiele sind der Spannung zwischen Geschichtsdarstellung und -modellierung unterworfen. Anhand von "Medieval II: Total War" untersucht der vorliegende Beitrag Inszenierungsmittel, die diese Spannung trotz Widerständen überwinden.
Von: 
Janko Dunker, Benjamin Dupke, Stefanie Reinhold, Coretta Storz
Annäherungen an das Simulationsspiel
Panzer General (SSI Mindscape, 1994)
Krieg und Spiel stehen in einem besonderen Verhältnis zueinander, und das nicht erst, seitdem Computerspiele Nachbildungen fiktiver und realer Schlachten von der Antike bis in die Gegenwart in unsere Wohnzimmer holen. Heute stellt sich vielmehr die Frage, ob diese Kriegsspiele, insbesondere solche, die im engeren Sinne als Simulationsspiele zu verstehen sind, nicht bereits solch einen Grad an Realitätsnähe erreicht haben, dass sie der Realität vorgreifen, statt sie ab- und nachbildend zu begleiten?
Von: 
Josef Köstlbauer
Eine Einführung in den Themenschwerpunkt
Panzer General (SSI Mindscape, 1994)
Die Aufsätze dieses Themenschwerpunkts gehen auf die Jahrestagung des Arbeitskreises Militärgeschichte zurück, die vom 26. bis 28.11.2015 an der Technischen Universität Chemnitz durchgeführt wurde. Kooperationspartner waren die dortige Professur Europa im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit und die Professur Medienpsychologie.
Von: 
Martin Clauss/Martin Munke/Markus Pöhlmann
Zur Bildgeschichte des Truppenbesuchs von Erich Honecker bei der NVA 1984
Abb. 2. Honeckers Handschlag (BA, Bild 183-1984-0621-028)
Eine 1984 geschossene Aufnahme zeigt Erich Honecker, wie er einem Soldaten aus einer Gruppe von Fallschirmjägern die Hand schüttelt. Der Handschlag, der Eintracht, Treue und Freundschaft symbolisiert, sollte die Verbundenheit von SED und Nationaler Volksarmee demonstrieren. Handschläge waren wesentlicher Bestandteil der Berichterstattung über Militärmanöver, bei denen die NVA als effiziente „Armee des Volkes“ gezeigt wurde.
Von: 
Christoph Nübel
Gedanken eines Historikers ohne Einblick
In einem Beitrag für das Portal Militärgeschichte vom 5. September diesen Jahres war Heiner Moellers so freundlich, sich kritisch mit einem Artikel aus meiner Feder zum Umgang der Bundeswehr mit dem Traditionsnamen Werner Mölders auseinanderzusetzen. Seine Replik konzentriert sich im Wesentlichen auf das Wesen der Inneren Führung und auf die Frage, inwiefern der Name Mölders mit dieser jemals kompatibel war.
Von: 
Klaus Schmider
Kolonialkriege waren im Deutschen Kaiserreich ein politisch brisantes Thema. Der Essay geht der Frage nach, wie sie in der wichtigsten Lektürequelle für Jugendliche, den Schulbüchern, dargestellt wurden.
Von: 
Andreas Weiß

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